Ehemaliger Microsoft-Manager engagiert sich für Open-Source-Firma
Brad Silverberg, bei Microsoft früher für Windows zuständig, investiert in die Software-Firma SourceLab und tritt deren Verwaltungsrat bei.
Ein neues US-amerikanisches Unternehmen will für verlässliche Open-Source-Systeme sorgen. Dafür haben Byron Sebastian, Will Pugh und Cornelius Willis die Firma SourceLabs gegründet (PDF) und zwei Geldgeber gefunden, die zusammen 3,5 Millionen US-Dollar beisteuern. Der eine Investor ist Brad Silverberg mit seiner Firma Ignition Partners. Silverberg war früher Vizepräsident bei Microsoft, wie SourceLabs selbst betont. Er tritt zusammen mit dem anderen Investor Danny Rimer von Index Ventures dem Verwaltungsrat von SourceLabs bei.
SourceLabs will in Sachen Open-Source-Software forschen, entwickeln und Marketing betreiben. Dabei soll zwischen "offener Software" und "Zuverlässigkeit" so vermittelt werden, dass die Kunden nicht zwischen beiden wählen, sondern in den Genuss der jeweiligen Vorteile kommen. Jedenfalls haben die Firmengründer einen Katalog an Versprechungen aufgestellt, in dem sie beispielsweise versichern, dass die Kunden nicht an die gebotene Technologie gebunden werden sollen. Auf der anderen Seite will die Firma ein "WYSIWYG-Geschäft" betreiben, also ein Vorbild an Transparenz werden.
Darunter soll die Zuverlässigkeit nicht leiden. In einer weiteren Versprechung heißt es, SourceLab werde ausschließlich getestete und zertifizierte Software vertreiben. Außerdem werde die Firma für ihre Kunden jederzeit und einfach erreichbar sein, also alles für ihre Kunden tun, was möglich ist.
Brad Silverberg gehörte früher dem neunköpfigen Vorstand von Microsoft an und war dort unter anderem für den Geschäftsbereich Windows zuständig. Unter seinen Fittichen sei dieser Bereich von einem Umsatzvolumen von 50 Millionen US-Dollar auf 3 Milliarden US-Dollar gewachsen, heißt es nun in einer Mitteilung von SourceLabs über die Verdienste Silverbergs. Weiter war Silverberg für die Hinwendung der Redmonder zum Internet verantwortlich sowie für den Internet Explorer. Bevor er das Unternehmen 1999 verließ, kümmerte sich Silverberg um die Microsoft-Entwickler und um den Geschäftsbereich Office. (anw)