Uni-Projekt analysiert Berichterstattung zum US-Wahlkampf
Zwei Universitäten in Österreich und Australien haben gemeinsam ein automatisiertes System zur Analyse der Medienberichterstattung im Rahmen der US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2004 entwickelt.
Die University of Western Australia und die Wirtschaftsuniversität Wien haben ein automatisiertes System zur Analyse der Berichterstattung im Rahmen der US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2004 vorgestellt. Im so genannten Ecosearch-Projekt werden die Websites der umsatzstärksten US-Unternehmen (Fortune 1000) mit mehr als 100 englischsprachigen Medien-Seiten sowie 40 Websites von Umweltorganisationen verglichen.
Mittels quantitativer Verfahren will das Forscherteam um Professor Arno Scharl ermitteln, welche Faktoren die öffentliche Meinung beeinflussen. Dazu werden wöchentlich mehr als 500.000 Web-Dokumente erfasst und verarbeitet -- was etwa 125 Millionen Wörtern in 11 Millionen Sätzen entspricht. Kenngrößen messen sowohl die Präsenz in den Medien ("Attention" -- wie häufig berichten die Medien über die Kandidaten?) als auch den Grundtenor der Berichterstattung ("Attitude" -- überwiegt die positive oder negative Berichterstattung?).
Zusätzlich isoliert das System Begriffe, die mit den einzelnen Kandidaten assoziiert werden. Unter den Top-10-Begriffen, die am häufigsten im Zusammenhang mit Bush genannt werden, finden sich derzeit beispielweise "Wächter", "Irak" und "Krieg". Die Wortliste für Herausforderer Kerry wird von "Kumpel", "Vietnam" und "Wahlkampagne" angeführt. Die nach Region oder Interessensgruppe (Medien, Unternehmen, Umweltorganisationen) aufgefächerten Ergebnisse sind auf der Website des Projekts abrufbar. Die Kennzahlen sollen laut Scharl verdeutlichen, wie sich die politische Ausrichtung von Organisationen auf die online verfügbaren Inhalte auswirkt. (pmz)