Studie: Linux-PCs werden oft mit illegalen Windows-Kopien genutzt

Zwar wachse der Anteil der Desktop-PCs, die unter anderem in Osteuropa und Asien mit vorinstalliertem Linux ausgeliefert werden, zum Einsatz komme das freie Betriebssystem dann oft aber nicht.

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Neue Desktop-PCs mit dem freien Betriebssystem Linux werden nach einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Gartner häufig für den Einsatz einer Raubkopie des Microsoft-Betriebssystems Windows genutzt. Zwischen der Zahl der ausgelieferten und der tatsächlich genutzten Linux-Desktop-PCs klafft also nach Ansicht der Marktforscher eine große Lücke. Gerade in den aufstrebenden Märkten in Osteuropa und Asien würden PCs mit einem vorinstallierten Linux angeboten, um die Lizenzgebühren für Windows zu vermeiden, teilte Gartner am heutigen Donnerstag mit. "2005 werden 11 Prozent aller neuen PCs in den Wachstumsmärkten mit Linux ausgeliefert, drei Viertel davon werden letztlich aber unter einem Windows-System laufen."

Die Gartner-Martkforscher weisen darauf hin, dass der Preis für die Hardware eines Computers in den vergangenen zehn Jahren merklich gesunken sei, während er für das Betriebssystem relativ stabil geblieben sei. So habe sich der Anteil des Betriebssystems am PC-Preis seit 1996, als er 5 bis 6 Prozent betragen hatte, mehr als verdoppelt. Heute beträgt der Anteil bis zu 15 Prozent. "Dies bereitet PC-Herstellern erhebliche Probleme, da die Gewinnmargen immer weiter sinken."

Vor diesem Hintergrund seien auch die wachsenden Linux-Installationen zu sehen. In 2004 seien 1,4 Prozent aller neuen PCs mit Linux installiert worden, dieser Anteil werde sich bis 2008 auf 2,6 Prozent fast verdoppeln. In Osteuropa und Asien werde der Linux-Anteil überdurchschnittlich wachsen, der Anteil der ausgelieferten PCs mit Linux soll 2005 in Osteuropa 12,3 Prozent und in Asien 10,5 Prozent betragen. bis 2008 stiegen diese Anteile auf 13,9 respektive 13 Prozent; weltweit würden dann 7,5 Prozent der Desktop-PCs mit Linux zumindest ausgeliefert. "Die Hersteller versuchen, um die Zahlung der Microsoft-Gebühr herumzukommen." Gleichzeitig bemühten sie sich, billigere PCs auf den Markt zu bringen, da gerade in Osteuropa und Asien sich viele Käufer keinen teuren Personal Computer leisten können. Außerdem seien in diesen Ländern Raubkopien von Windows leicht zu bekommen. Microsoft versuche nun, mit der Windows XP Starter Editon, einer abgespeckten Windows-Version, für diese Märkte das Problem in den Griff zu bekommen. (anw)