Datenschützer: Hersteller müssen drahtlose Netze besser schützen

Der Arbeitskreis Technik der Datenschützer des Bundes und der Länder hat sich auf seiner Jahrestagung in Rostock kritisch mit dem Thema drahtlose Netzwerke auseinandergesetzt.

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  • dpa

Hersteller und Händler von Computern müssen drahtlose Netze nach Ansicht von Datenschützern besser gegen Angriffe absichern. "Viele Hersteller liefern die Computer so aus, dass alle drahtlosen Kommunikationsmöglichkeiten standardmäßig eingeschaltet sind. Wir sehen das als ein Datenschutzrisiko", sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Technik der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder, Gabriel Schulz, heute nach der Jahrestagung der Datenschützer an der Uni Rostock.

Sobald der Nutzer einen solchen Rechner einschalte, versuche das Gerät, einen Netzzugang zu bekommen. "Das kann ein Angreifer nutzen, indem er sich als Einwahlmöglichkeit ausgibt", sagte Schulz. "Er kann nicht nur den Datenverkehr zwischen Rechnern abfangen, sondern auch die Daten direkt von einem Computer holen." Nach Einschätzung des Rostocker Wissenschaftlers Clemens Cap ist fast jedes vierte drahtlose Computernetz völlig ungeschützt vor Angriffen.

Die Hersteller müssten ihre Geräte deshalb so ausstatten, dass ein Minimum an Schutz automatisch gewährleistet ist. "Es gibt schon Rechner, bei denen eine Lampe signalisiert, dass die drahtlose Kommunikation aktiviert ist", sagte Schulz. Dem Nutzer werde damit vor Augen geführt, dass möglicherweise sensible Daten mitgelesen werden können. Zudem verfügten diese Geräte über eine Taste, die drahtlose Kommunikation unterbreche.

"Auch der Handel muss darauf aufmerksam machen, dass es da ein Risiko gibt", forderte Schulz. "Es geht alles ganz einfach und es ist alles ganz billig -- das ist der Eindruck, den der Handel erweckt." Schulz forderte auch die Besitzer von Computern auf, sich besser gegen Mitleser zu schützen. "Es gibt zusätzliche Verschlüsselungssoftware, die einfach zu bedienen und auch günstig zu haben ist." Etwa 20 bis 30 Euro müssten die Nutzer investieren. Im Internet würden allerdings auch bereits kostenlos Programme angeboten, die seiner Ansicht nach einen recht zuverlässigen Schutz bieten.

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(dpa) / (anw)