Gefängnis-Insassen in New Jersey sind noch von Disketten abhängig

In Deutschland sind Disketten schon lange abgeschrieben. Für Gefängnisinsassen in New Jersey sind sie noch gang und gäbe.

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Eine Diskette liegt auf einer Notebook-Tastatur

(Bild: ZenitX/Shutterstock.com)

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Von
  • Gesine Peymann
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die Insassen des Gefängnisses in New Jersey sind auf veraltete Textverarbeitungsprogramme, elektrische Schreibmaschinen und Disketten angewiesen. Laut dem Prison Journalism Project (PJP) sind nicht mal USB-Sticks erlaubt, stattdessen dürfen die Häftlinge bis zu 20 Disketten besitzen.

Disketten, die in den größten Teilen der Welt schon seit Jahrzehnten verdrängt sind, etwa von USB-Sticks, stellen die Gefängnisinsassen New Jerseys vor Probleme. Sie haben nur 1,44 Megabyte Speicherplatz, sodass schon ein einziges Briefschreiben den Platz sprengen kann. Außerdem stürzen die Systeme zur Nutzung der Disketten laut den Insassen schnell ab.

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Jorge Luis Alvarado ist selbst inhaftiert im New-Jersey-State-Gefängnis und schreibt für das PJP. Er sagt dazu: "Nach stundenlanger juristischer Arbeit kann man in einem Augenblick alles verlieren." Informiert Alvarados Anwalt ihn über sein Verfahren, macht er dies über USB-Sticks, nicht Disketten. Denn die Herstellung von Disketten endete 2011, es gibt sie daher nur noch in begrenzter Anzahl und sie werden selten verkauft. Aufgrund dessen könne Alvarado die Dateien nicht direkt lesen, er müsse erst einen Antrag stellen, um über Transkripte die Inhalte des USB-Sticks einzusehen. Das könne mehrere Tage dauern.

Alvarado schlägt die Öffnung für neuere Technik vor, etwa Notebooks ohne Internet und mit eingeschränkten Rechten.

Update

Aufmacher gegen ein Bild mit einer 3,5-Zoll-Diskette ausgetauscht.

(mma)