Gamescom: Studenten gründen unabhängiges Spielestudio

Die Gamescom liefert nicht zuletzt auch Markteinsteigern eine Plattform, um das Publikumsinteresse an neuen Projekten zu testen. Ein solches ist das Puzzlespiel "Astroslugs" vom kürzlich gegründeten Münchner Independent-Studio Bitbarons.

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Von
  • Nico Nowarra

Vom Hörsaal auf den Spielemarkt: Die derzeit in Köln stattfindende Messe Gamescom dient nicht nur etablierten Publishern und Medienkonzernen dazu, ihre Neuheiten vorzustellen, sondern bietet auch Markteinsteigern Gelegenheit, Nischen auszuloten. Wer sich akademisch fit gemacht hat, um sachgerecht Spieleprojekte zu entwickeln und zu vermarkten, steht vor der oft unüberwindlich erscheinenden Hürde, dass ohne Zugang zu Publikumsmedien und Vertriebskanälen mit einer Spielidee kaum Geld zu verdienen ist.

Mit ihrem Erstling "Astroslugs" wollen die Bitbarons in den Spielemarkt einsteigen.

Unter dem Firmennamen BitBarons hat sich ein dreiköpfiges Team von Studenten der Mediadesign-Hochschule München zu einer GmbH zusammengeschlossen, um mit ihrem ersten Projekt "Astroslugs" ein pfiffiges Knobelspiel ganz ohne großen Publisher auf den Markt zu bringen. Seit etwa einem Jahr laufen die Entwicklungsarbeiten, und seit drei Monaten widmet das Trio sich vollzeitlich seinem Projekt.

Das Puzzlespiel, das "Tetris"-ähnliche Elemente mit einem ganz eigenen Spielprinzip verbindet, nutzt die plattformübergreifende Unity-Engine als technische Grundlage. Die Hintergrundstory läuft darauf hinaus, dass der Spieler den stieläugigen Weltraumschnecken dabei helfen soll, deren havariertes Raumschiff wieder flottzumachen. Dazu brauchen sie Energie, und die setzt man durch das Lösen der Puzzles frei.

Auf den Landschaften dieses Planeten finden die Puzzle-Sitzungen statt.

In jedem der 44 Levels geht es darum, bunte Energiefiguren verschiedenen Typs in ein Raster einzupassen. Am Ende müssen alle zur Verfügung stehenden Figuren verbraucht und das Raster vollständig ausgefüllt sein. Anfänglich ist das noch recht einfach; später müssen Figuren ineinander überlappen; und die Aufgaben werden ziemlich anspruchsvoll. Ein mitgelieferter Leveleditor erlaubt es, eigene Spielstufen zu entwerfen; eine Möglichkeit, selbstgemachte Level übers Internet auszutauschen (auf Neudeutsch "Level-Sharing") ist für die Zukunft geplant.

Von Level zu Level wächst der Schwierigkeitsgrad.

Die Spielsteuerung ist intuitiv gestaltet: Um eine Figur ins Spiel zu bringen, zeichnet man sie an der gewünschten Stelle ins Raster. Da diese Art der Bedienung auch für Smartphones gut geeignet ist, planen die Macher auch eine Umsetzung auf Mobilgeräte – dafür haben sie allerdings noch keinen Zeitpunkt ins Auge gefasst.

In rund zwei Monaten soll "Astroslugs" zunächst für Mac OS X und Windows gleichzeitig erscheinen. Angedacht ist weiterhin ein Browser-Plug-in fürs Spielen im Browserfenster. Das Spiel will man in erster Linie über Download-Portale wie Steam vertreiben. Das alles soll ohne einen Kapitalgeber im Hintergrund geschehen. (psz)