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HoverAir Aqua: Erste Drohne speziell für Wassersportler

Der US-amerikanische Drohnenhersteller hat in Berlin seinen Quadrokopter vorgestellt, den er selbst als "erste wasserdichte selbstfliegende Kamera" bezeichnet.

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Quadkopter mit orangem Schutz
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Geht es um Kameradrohnen für den Privatgebrauch, hat DJI den Markt heute fast für sich alleine: Einige frühere Konkurrenten wie GoPro und PowerVision sind komplett vom Markt verschwunden, andere wie Parrot und Yuneec bieten nur noch Modelle für den professionellen Einsatz an. Kommt überhaupt mal ein Konkurrenzprodukt nach Deutschland, dann handelt es sich in der Regel um eine Drohne, die von Design und Technik stark an eines der bekannten DJI-Modelle angelehnt ist. Nach Insta360 mit seiner 360-Grad-Drohne schickt sich nun aber auch der US-amerikanische Hersteller HoverAir an, DJI Marktanteile abzuluchsen.

Damit das gelingt, setzt auch er aber nicht auf ein Me-Too-Produkt, sondern bringt ein Flugmodell auf den Markt, das es so bislang bei keinem anderen Hersteller gab: Einen wasserdichten (IP 67) Quadrokopter, der Wasserstarts und -landungen beherrscht und beispielsweise Surfer oder Kanuten bei der Ausübung ihres Hobbys filmen soll, wobei laut Hersteller 15 Flugmodi zur Verfügung stehen. Im Rahmen der IFA-Veranstaltung "Showstoppers" führte HoverAir das Modell mit dem bezeichnenden Namen "Aqua" der internationalen Fachpresse live vor.

HoverAir ist in der Szene kein Unbekannter, das Unternehmen hat mit der X1, der X1 Pro und der X1 ProMax bereits Drohnen auf dem Markt, die sich vor allem an Nutzer wenden, die autonom arbeitende Fluggeräte bevorzugen. Dennoch läuft die Finanzierung der Aqua über Crowdfunding – und das überaus erfolgreich: Das ursprüngliche Finanzierungsziel von 50.000 US-Dollar wurde auf Indiegogo bereits am ersten Tag um mehr als das Zwanzigfache übertroffen, was auch wegen des Einstiegspreises von rund 1.000 Dollar bemerkenswert ist. Regulär soll das Modell in den auf Indiegogo angebotenen Paketen mindestens 1300 Dollar kosten. Mittlerweile sind bereits über 1,5 Millionen US-Dollar zusammengekommen. Der Versand soll im 4. Quartal 2025 starten.

Der Nutzer trägt beim Einsatz der Aqua einen Funksender am Arm (hier Lighthouse genannt), dem die Drohne automatisch folgt – mit einer Geschwindigkeit von bis zu 55 km/h und auch bei steifen Winden bis Stärke 7. Die maximale Flugzeit mit einer Akkuladung beträgt laut HoverAir 23 Minuten. Der Akkuwechsel sollte laut Hersteller in einer möglichst trockenen Umgebung stattfinden – was sich durchaus als Herausforderung herausstellen könnte.

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Zwar ist die Drohne mit einem 1/1,28''-CMOS-Sensor ausgestattet und kann HDR- und 10-bit H-Log-Videos aufnehmen, kommt hinsichtlich der Auflösung aber nur bis 4K bei 100 Hertz. Der limitierende Faktor ist laut Hersteller die Wärmeentwicklung bei höheren Auflösungen, die in dem wasserdichten Gehäuse ohne Luftkühlung den Kamerachip abrauchen ließe. Aqua ist mit einem 128 GByte großen internen Speicher ausgestattet, um nicht auf externe Speicherkarten zurückgreifen zu müssen. Über einen 1,6-Zoll-AMOLED-Bildschirm im Quadrokopter lassen sich noch auf dem Wasser die Aufnahmen kontrollieren.

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Update 06.09.2025, 9:30 Uhr: Ein Leser hat darauf hingewiesen, dass es sich bei der HoverAir Aqua nicht um die erste Drohne speziell für Wassersportler handelt. Tatsächlich bot das chinesische Unternehmen SwellPro Spry+ bereits vor etwa fünf Jahren einen Quadrokopter an, der aus dem Wasser starten und dort auch wieder landen konnte. Mehrere Nutzer berichteten jedoch übereinstimmend, dass die Spry+ entgegen der Behauptungen gar nicht wasserdicht war. Das damals rund 1000 Euro teure Modell wird seit einigen Jahren nicht mehr angeboten, auch Ersatzteile sind nicht mehr zu bekommen. (nij)