Niedrige Datentransferraten

Um meinen PC sparsamer zu machen, habe ich im BIOS-Setup alle verfĂĽgbaren Stromsparmodi fĂĽr den Prozessor freigeschaltet. AnschlieĂźend ist mir aber aufgefallen, dass die mit H2benchw gemessene Datentransferrate der SATA-Festplatte nur noch halb so hoch liegt wie zuvor. Bremst das Stromsparen meinen Rechner in der Praxis aus?

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Von
  • Benjamin Benz

Um meinen PC sparsamer zu machen, habe ich im BIOS-Setup alle verfĂĽgbaren Stromsparmodi fĂĽr den Prozessor freigeschaltet. AnschlieĂźend ist mir aber aufgefallen, dass die mit H2benchw gemessene Datentransferrate der SATA-Festplatte nur noch halb so hoch liegt wie zuvor. Bremst das Stromsparen meinen Rechner in der Praxis aus?

Vermutlich nicht. Der synthetische Benchmark vermisst die Datentransferrate ja unter unrealistischen Bedingungen, weil er Daten zwar liest oder schreibt, sie aber nicht verarbeitet. Deshalb belastet – mit voller Absicht – der Benchmark-Lauf die CPU vieler Systeme nur sehr gering.

Unter geringer Last wechselt der Prozessor allerdings häufig in Schlafmodi, um Energie zu sparen. Auf die Interrupts und Verwaltungsaufgaben, die während des Datentransfers in Abständen von Sekundenbruchteilen anfallen, reagiert er dann möglicherweise jeweils mit leichter Verzögerung – und deshalb sackt die Datentransferrate ab. Außer den SATA-Ports sind von diesem Effekt vor allem auch USB-2.0- und USB-3.0-Anschlüsse betroffen. Noch stärker tritt dieser Effekt bei Notebooks auf, weil deren Stromsparmechanismen früher und aggressiver greifen als bei Desktop-PCs.

Ob die im BIOS-Setup einstellbaren CPU-Stromsparfunktionen wie Speedstep (EIST), C1E, C-States oder Cool’n’Quiet die Datentransferrate mindern, lässt sich einschätzen, indem man während des Benchmark-Laufs mindestens einen Prozessorkern kontinuierlich belastet, etwa mit Core2MaxPerf: Nun sollte die Datentransferrate ansteigen. Sofern die niedrigen Datentransferraten bei ihrem System tatsächlich mit CPU-Energiesparmodi zusammenhängen, dürften die praktischen Auswirkungen des Bremseffekts gering sein, denn in Wirklichkeit müssen gelesene und geschriebene Daten ja auch verarbeitet beziehungsweise produziert werden – der Prozessor schläft also weder so häufig noch so tief. Selbst bei einem reinen Kopiervorgang sollte sich zumindest der Virenscanner für die Daten interessieren. Die Suche nach Schädlingen kann aber ihrerseits die maximal erreichbare Datentransferrate mindern – deshalb kommunizieren synthetische Benchmarks wie Winsat, Iometer oder H2benchw möglichst direkt mit dem Speichermedium, lassen aber auch nur eingeschränkte Rückschlüsse auf die Performance des Gesamtsystems in der Praxis zu. (bbe)