"Immer die gleichen Fragen..."

Ein Autodidakt wird im 17. Jahrhundert zum gefeierten Natur-Entdecker, indem er die Mikroskopie zur Blüte bringt – der Holländer Antoni van Leeuwenhoek.

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Von
  • Manfred Pietschmann

Ein Autodidakt wird im 17. Jahrhundert zum gefeierten Natur-Entdecker, indem er die Mikroskopie zur Blüte bringt – der Holländer Antoni van Leeuwenhoek.

TR: Mijnheer van Leeuwenhoek, ich freue mich, Sie mit 63 Jahren bei guter Gesundheit zu finden. Soeben haben Sie 38 Ihrer etwa 300 wissenschaftlichen Briefe unter dem Titel „Arcana Naturae Detecta“ publiziert. Sind Sie als Forscher noch aktiv?

Antoni van Leeuwenhoek: So leidlich. Die Neugier ist immer noch groß, aber das Augenlicht lässt nach, und die Hand ist beim Zeichnen auch nicht mehr so sicher.

Sie stehen immer noch in reger wissenschaftlicher Korrespondenz mit der Royal Society in London, deren Mitglied Sie seit vielen Jahren sind.

Ja, schon, und es kommen auch immer noch berühmte und gelehrte Persönlichkeiten zu Besuch...

...wie die Königin von England, der russische Zar oder Gottfried Wilhelm Leibniz...

... aber der ganze Trubel wird mir zunehmend zur Last. Es stellen ja alle doch immer nur die gleichen Fragen.

Welche denn?

Alle wollen wissen, mit welchen Wundermikroskopen ich meine Entdeckungen gemacht habe, die menschlichen Samenfäden zum Beispiel. Und wenn ich ihnen dann meine Geräte zeige, wollen sie es schier nicht glauben.

Na ja, sie sehen ja auch, äh, etwas simpel aus.

Aber das Besondere sind die Linsen. Ich zeige es Ihnen. Ă–ffnen Sie den Mund.

Wie bitte?

Zeigen Sie Ihre Zähne, ich will ein wenig von der gelben Substanz ...

Nnngh?

Sie haben ja gar keinen Zahnbelag wie die Menschen unseres Alters hier in Delft. Darin wimmelt es nämlich nur so von kleinen Tierchen. Die könnten Sie wunderbar unter meinen Mikroskopen betrachten... (mpi)