Mit Laserlinks ins All: DE-CIX und DLR forschen an Satelliten-Internetknoten
DE-CIX und das DLR entwickeln bis 2026 Technologie fĂĽr LEO-Satelliten. Mit einem Space-IX will DE-CIX sein Wissen als Knotenbetreiber ins All ĂĽbertragen.
(Bild: DE-CIX)
Der Betreiber des Internetknotens DE-CIX greift nach den Sternen. Zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) forsche man an Lösungen, um die Kommunikation mit LEO-Satellitenkonstellationen im erdnahen Orbit (Low Earth Orbit, LEO) zu optimieren, teilten die beiden Partner mit. Dem DE-CIX schwebt dabei die Einrichtung eines Space-IX vor, eines Internetknotens speziell für Satellitennetze.
In der Forschungszusammenarbeit geht es darum, herauszufinden, wie Informationen und Daten zwischen All und Erde zuverlässiger mit Laserlinks übermittelt werden können. Bis Juli 2026 sollen Protokolle, Algorithmen und Verfahren entwickelt werden, die die Netzauslastung zwischen optischen Bodenstationen und Satelliten optimieren und Probleme durch atmosphärische Turbulenzen und Abschattungen durch Wolken reduzieren. Laser erlauben zwar mehr Bandbreite und höhere Datenraten, können aber durch das Wetter (Wolken, Nebel, Regen) stärker beeinflusst werden als bisher genutzte Funkübertragungen. Die Untersuchung ist Teil des OFELIAS-Projekts der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).
DE-CIX will mit irdischem Wissen helfen
Am Ende soll die optische Satellitenkommunikation nahtlos in bestehende terrestrische Netze integriert werden können. Laut DE-CIX werde hierfür die intelligente Zusammenschaltung von Satelliten und Bodenstationen mit dem Internet geprüft. Hierbei soll das Wissen aus dem Interconnection-Bereich im Internet einfließen.
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Satelliten im niedrigen Erdorbit wird eine hohe Bedeutung beigemessen, um die digitale Infrastruktur lückenlos anbinden zu können. Diese benötigten extrem niedrige Latenzzeiten, heißt es, teils im einstelligen Millisekundenbereich.
Orbitale Rechenzentren fĂĽr KI?
Die Ideen des DE-CIX reichen aber noch weiter: Auf der Website des Space-IX ist gar von orbital betriebenen Rechenzentren die Rede, die künftig neue Maßstäbe setzen könnten. "Da sie sich im All über Energie von der Sonne versorgen und die Kälte des Vakuums kühlen lassen, sind sie nachhaltige und wirtschaftliche Alternativen, um etwa KI-Modelle zu trainieren", zeigt sich der Internetknoten-Betreiber überzeugt.
(mki)