Neuralink: Zwölf Menschen tragen inzwischen einen Gehirnchip

Stein, Schere, Papier mit virtueller Hand: Neuralink hat inzwischen zwölf Patienten mit Gehirnchips ausgestattet.

vorlesen Druckansicht 3 Kommentare lesen
Eine menschliche Hand und eine Roboterhand.

(Bild: vs148/Shutterstock.com)

Lesezeit: 2 Min.
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Zuletzt war es ziemlich ruhig geworden um Elon Musks Unternehmen Neuralink. Der Hersteller von Gehirnimplantaten hat nun bei X mitgeteilt, dass mittlerweile zwölf Menschen die Implantate tragen. Alle zusammen kommen auf eine Tragedauer von 2000 Tagen und eine Nutzungsdauer von mehr als 15.000 Stunden. Erst seit 2024 darf Neuralink in den USA an Menschen Tests durchführen. Die US-Gesundheitsbehörde hatte zustimmen müssen.

Allerdings hält sich Neuralink ansonsten recht bedeckt, was die neuen Patienten und Ergebnisse der Probanden angeht. Gemein haben sie schwere Lähmungen. Mit dem Neuralink-Chip im Gehirn können Menschen mittels Gedanken Computer und andere Geräte steuern. Bekannt ist, dass inzwischen auch in Kanada operiert wurde. Wissenschaftliche Arbeiten gibt es laut Neuralink in Kooperation mit Einrichtungen mehrerer Länder. Auf X zeigt Neuralink ein Video, das einen Patienten mit seiner Tochter zeigt. Die beiden spielen Stein, Schere, Papier – die Tochter mit ihren Händen, der Vater mittels seiner Gedanken, die eine virtuelle Hand auf dem Bildschirm steuern.

Vater und Tochter spielen Stein, Schere, Papier.

(Bild: X/Neuralink)

Der erste Patient habe sich nach der Implantation schnell erholt, hieß es damals. Ihm sei es möglich, eine Maus auf dem Bildschirm zu bewegen, indem er nur daran denkt, erklärte Musk. Allerdings war es zu Komplikationen gekommen. Drähte des Chips hatten sich im Gehirn gelöst, was die Funktionstüchtigkeit beeinträchtigt hatte.

Der zweite Patient konnte mit seinem Chip bereits den Ego-Shooter Counter Strike spielen. Er soll bereits am Tag nach seiner OP das Krankenhaus verlassen haben. Von Komplikationen ist nichts bekannt. Alex, wie der Patient laut Neuralink heißt, hatte eine Rückenmarksverletzung und kann sich deshalb nicht mehr bewegen. Auch von ihm gibt es nach wie vor Videos bei X.

Zuletzt hatte Neuralink 650 Millionen US-Dollar von Investoren eingesammelt. Damit sollten zum einen weitere Patienten operiert werden. Zum anderen möchte das Unternehmen auch den Chip erweitern. Schon 2019 hatte Musk von einer Symbiose zwischen Mensch und Künstlicher Intelligenz gesprochen. Der Chip registriert bisher die Signale im Gehirn, die aktiv werden, wenn jemand sich eine Bewegung vorstellt.

Videos by heise

Neuralink ist zwar – nicht zuletzt wegen Musk – das bekannteste Unternehmen, das Gehirnimplantate herstellt, aber nicht das einzige. In den USA arbeitet etwa auch die Firme Precision an flexiblen Chips mit ähnlichen Funktionen. Es gibt aber auch Hirnimplantate, die Krebs erkennen oder bei Epilepsie und Depressionen helfen sollen.

(emw)