Weltmesse des Bildes endet mit erfreulichem Ergebnis
Die photokina 2004 ging mit großem Erfolg und wenig Misstönen für die Digital-orientierten Hersteller und Dienstleister zu Ende.
Die am 3. Oktober 2004 erfolgreich abgeschlossene photokina unterstreicht, so die KoelnMesse GmbH, den derzeitigen Aufwärtstrend in der Fotobranche. "Dies war eine photokina der Superlative", fasste Koelnmesse-Geschäftsführer Oliver P. Kuhrt bei der Abschlussveranstaltung mit dem Vorstand des Photoindustrie-Verbandes seine Eindrücke zusammen. Nach jahrelanger Regression gebe das Zusammenwachsen von Fotografie, IT und Telekommunikation dem Markt neue Impulse. Gerade die Digitalfotografie habe ein neues, jüngeres Publikum erschlossen -- es werde wieder viel und gern fotografiert.
1.589 Anbieter aus 50 Ländern, davon 61 Prozent aus dem Ausland, und über 160.000 Besucher, darunter mehr als 110.000 Fachbesucher, waren in Köln dabei. Neuaussteller aus der IT-Branche, unter ihnen Microsoft, Nokia und T-Mobile, stellten für Messe und Markt eine Belebung dar. Für Missstimmung unter einigen Ausstellen sollen allerdings radikale Rabatte gesorgt haben, die man offenbar einigen unentschlossenen Anbietern im Teilbereich "AV-Kommunikation" noch wenige Tage vor der Messe eingeräumt hat, so ein nicht näher genannt werden wollenden Aussteller. Tatsächlich fanden sich in dieser Sparte (Halle 10) sowie im Bereich "Professionelle Photo- und Imaging-Technik" (Halle 14) einige "artfremde" Anbieter mit wenig attraktivem oder unpassendem Programm; einige Aussteller waren erst gar nicht angereist. Trotzdem: Die Branche war sich einig darüber, dass die Erwartungen an die Messe "voll erfüllt" wurden. Fuji beispielsweise sah das hoch gesteckte Messe-Soll schon am vierten Tag erfüllt, auch andere Hersteller im Bereich der digitalen Fotografie und Dienstleistungen konnten sich über volle Auftragsbücher freuen.
Samstag und Sonntag gehörten mit ermäßigtem Eintritt und vielen Attraktionen weitgehend den Hobby-Fotografen und allen, die sich in ihrer Freizeit mit dem Medium Bild beschäftigen. Wo auch immer hübsche Models in mehr oder weniger freizügigem Outfit Neuheiten präsentierten oder sich bodygepaintet einem Foto-Shooting stellten -- schnell bildeten sich große Trauben fotografierwütiger Zuschauer zum "Rudelschießen". Publikumsmagneten waren ferner die "Young Imaging Days", Aktionen für Jugendliche rund um den kreativen Umgang mit Digitalkamera, PC und Internet mit einem besonderen Schwerpunkt beim Mobile Imaging. Am Messewochenende wurde der Deutsche Jugendfotopreis verliehen, und es gab die Kür der Siegerin im AWI Model Contest, die mit einem Modelvertrag belohnt wurde. Täglich dicht umlagert war Starfotograf Guido Karp, der allen Besucherinnen Gelegenheit gab, sich professionell gestylt vor der Digital-Spiegelreflex in eine "Princess for a day" zu verwandeln. Umliegenden Standbesatzungen ging der PA-verstärkte, klischeehafte Duktus des extra engagierten Chef-Frisörs allerdings bald an die Substanz.
Highlight unter den Foto-Ausstellungen in den Messehallen war wie schon zur Vorveranstaltung die Visual Gallery, die mit 4.000 m² eine ganze Halle einnahm und in 16 Einzelausstellungen die Arbeiten von 153 Künstlern präsentierte. Insbesondere die Bilder von Anton Corbjin, Elliott Erwitt und Alberto Venzago stießen auf ungeteilte Begeisterung. (cm)