AT&T putzt sich für mögliche Investoren heraus
Wegen des geringen Marktwerts von derzeit nur 11 Milliarden US-Dollar könnten Konkurrenten das Traditionsunternehmen unter Umständen gleich als Ganzes schlucken.
Der nordamerikanische Telekommunikationskonzern AT&T poliert nach Einschätzung von Branchenkennern derzeit seine Bilanzen auf, um attraktiver für potenzielle Investoren dazustehen. Kostenreduktionen im Personalbereich (7000 Jobs weniger), Abschreibungen in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar, die zu jährlichen Bilanz-Minderbelastungen im Wert von einer Milliarde US-Dollar führen, sowie der Rückzug aus gewinnschwachen Segmenten wie dem Privatkundengeschäft sollen Käufer anlocken, obwohl AT&T zuletzt mit starken Umsatz- und Gewinnrückgängen zu kämpfen hatte.
Im Juli hatte AT&T bekannt gegeben, sich bei den klassischen Telefonie-Anwendungen künftig nicht mehr um neue Kunden unter den privaten Verbrauchern bemühen zu wollen. Stattdessen wolle sich das Unternehmen auf sein Telefon- und Datengeschäft mit Unternehmen konzentrieren, das 75 Prozent des Umsatzes bringe. Dazu werde man auch in neue Dienste wie Voice-over-IP investieren.
Reizvoll dürfte AT&Ts Privatkundengeschäft vor allem für große regionale US-Telefongesellschaften wie Verizon oder SBC Communication sein, die ihr Ferngesprächsgeschäft stärken wollen. Angesichts einer Marktkapitalisierung von 110 Milliarden (Verizon) beziehungsweise 87 Milliarden US-Dollar (SBC) könnten die Konkurrenten die traditionsreiche AT&T mit einem Marktwert von lediglich 11 Milliarden US-Dollar aber unter Umständen gleich als Ganzes, statt in Häppchen schlucken. (pmz)