Fire TV Stick 4K Select: Amazon stellt 4K-Player mit neuem OS vor

Amazon bringt einen neuen Fire TV Stick – und bestätigt in diesem Zuge, dass darauf nun das neue Linux-Betriebssystem “Vega” zum Einsatz kommt.

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Amazon-Manager auf BĂĽhne

(Bild: heise medien / Nico Jurran)

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Nachdem es um die Fire-TV-Modellreihe in letzter Zeit etwas ruhiger geworden ist, hat Amazon auf seinem Hardware-Event in New York nun gleich vier neue Geräte präsentiert: einen Fernseher seiner Fire TV Omni QLED-Serie in 50, 55, 65 und 75 Zoll zu Preisen ab 700 Euro, je einen TV der "Fire TV 4"- und der "Fire TV 2"-Serie (in 43, 50 und 55 Zoll ab 500 Euro beziehungsweise in 32 und 40 Zoll ab 279 Euro) sowie einen "Fire TV Stick 4K Select", der mit einem Listenpreis von 55 Euro der laut Amazon bisher preiswerteste 4K-Streaming-Mediaplayer (mit Unterstützung für HDR10 und HDR10+) des Herstellers sein soll.

Der Fire TV Stick 4K Select ist der erste Medienplayer von Amazon, der mit neuem Vega-Betriebssystem auf den Markt kommt.

(Bild: Amazon)

Beim Fire TV Stick 4K Select wird (wie auf kommenden Smart-Displays der Echo-Show-Reihe) Amazon ein neues, selbst entwickeltes Linux-Betriebssystem namens "Vega" einsetzen. Diese Information war im Vorfeld bereits an die Öffentlichkeit gedrungen, weil Amazon in einer Stellenanzeige offenbar einen Chefingenieur für das neue System gesucht hatte. Die Fire TV Sticks liefen bislang auf der Open-Source-Variante von Android (AOSP). Amazon hat dafür eine eigene Oberfläche erstellt und bietet einen eigenen App-Store an.

Vega verbindet laut Amazon "ein reaktionsschnelles Erlebnis mit Effizienz". So würden etwa Apps nun schneller laden. Alle Dienste des alten Systems sind aber noch nicht auf dem neuen OS angekommen. So sind etwa Xbox Gaming und der Cloud-Gaming-Dienst Luna "bald verfügbar". Der Stick unterstützt laut Amazon "die Streaming-Dienste, die Kund:innen lieben". Ob aber noch einige Dienste fehlen, die nicht alle lieben (oder die wie RTL+ auf ein Land oder eine Region der Welt beschränkt sind), blieb bislang unbeantwortet.

Update 30.10.: Amazon hat auf Nachfrage bestätigt, dass zwar die wichtigsten Streamingdienste (wie Netflix und Disney+) zum Start für das neue OS verfügbar sein werden, Apps für einige kleinere Dienste aber eventuell erst später nachgeliefert werden. Wie es um Kodi steht, ließ sich noch nicht klären, Amazon gab aber an, selbst Interesse daran zu haben, dass das Programm für Vega verfügbar sein wird. Für Developer wurde mittlerweile eine Infoseite freigeschaltet. Fire OS soll weiterhin unterstützt werden – und es gibt auch keine Pläne, ältere Fire-TV-Geräte auf Vega umzustellen. Sideloading von Android-Apps wird unter Vega nicht möglich sein, alle Apps müssen aus dem offiziellen App-Store von Amazon kommen]

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Erste Bilder der Oberfläche deuten darauf hin, dass die Nutzer ansonsten kaum bemerken dürften, dass auf den Fire-TV-Geräten nun ein anderen Betriebssystem läuft. Der neue Stick ist ab Dienstagabend bei Amazon für 55 Euro vorbestellbar und wird ab Mitte Oktober ausgeliefert.

Laut Amazon haben allein in diesem Jahr TV-Hersteller mehr als 250 Fernseher mit integriertem Fire TV-Erlebnis vorgestellt. Bei Amazon selbst kommt die neue Omni-QLED-Serie hinzu, deren Display 60 Prozent heller als das der Vorgängermodelle sein und über beinahe doppelt so viele lokale Dimming-Zonen verfügen soll. Als dynamische HDR-Formate werden passend dazu Dolby Vision und HDR10+ Adaptive unterstützt. Ein verbesserter Prozessor soll schließlich einen Geschwindigkeitszuwachs von 40 Prozent bringen.

Die Omni-QLED-Serie passt die Farbe des Bildschirms automatisch an die Beleuchtung des Raumes an. Mithilfe der integrierten "Omnisense"-Technologie schaltet sich der Smart TV ein, sobald Kunden den Raum betreten, und zeigt Fotos oder Kunstwerke an. Verlassen Nutzer das Zimmer wieder, wird der Bildschirm ausgeschaltet, um Energie zu sparen. Omnisense kommt auch bei der Interaktive-Kunst-Funktion zum Einsatz. Bewegen sich Personen im Raum, hat das einen direkten Einfluss auf die Darstellung des Kunstwerks auf dem Fernseher. Und wer eine Serie oder einen Film schauen möchten, kann Alexa zur Wiedergabe auffordern, sodass der Griff zur Fernbedienung entfallen können soll.

Die Fernseher der Serien "Fire TV 2" und "Fire TV 4" (hier im Bild) unterstĂĽtzen nun auch Omnisense mit einer Interaktive-Kunst-Funktion.

Die neue Fire-TV-2-Serie liefert HD-Auflösung, während die neue Fire-TV-4-Serie UHD bietet. Beide Produktreihen haben ultradünne Rahmen und sind dank des neuen Quad-Core-Prozessors laut Hersteller 30 Prozent schneller als die Vorgängermodelle. Die Fire-TV-2- und 4-Serie unterstützen zudem erstmals auch die Omnisense-Technologie. Alle neu vorgestellten Fire-TV-Smart-TVs bieten zudem mit Dialog-Boost eine Funktion, um die Lautstärke von Stimmen zu erhöhen, ohne die Hintergrundgeräusche zu verstärken.

Einen offiziellen Erscheinungstermin gibt es fĂĽr die Fernseher noch nicht. Wer sich fĂĽr einen der neuen TVs interessiert, kann sich benachrichtigen lassen, wenn das gewĂĽnschte Modell vorbestellt werden kann.

Hinweis: Der Autor wurde von Amazon zu dem Event in New York eingeladen. Amazon hat die Reisekosten ĂĽbernommen. (nij)