IT-Branche: Die Umsätze steigen wieder

Die Bitkom-Herbstprognose sieht die Branche Informations- und Telekommunikationstechnik im Aufwärtstrend.

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Von
  • Richard Sietmann

Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder und Bitkom-Chefvolkswirt Axel Pols erwarten ein Branchenwachstum von 3,4 Prozent [Klicken für vergrößerte Ansicht}

Mit einem Volumen von 131,6 Milliarden Euro (plus 2,5 Prozent) werde der deutsche Markt für Informationstechnik, Telekommunikation und neue Medien in diesem Jahr die Talsohle durchschreiten und im kommenden Jahr auf 136 Milliarden anwachsen, erklärte Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder am heutigen Dienstag bei der Vorlage der Konjunkturdaten 2004 des Verbandes. "Damit hat die Branche die Wachstumsschwäche der beiden vergangenen Jahre deutlich überwunden", beschreibt Rohleder die aktuelle Lage. "Lange hatten sich Firmen bei Ersatzinvestitionen zurückgehalten und Zukunftsinvestitionen verschoben -- das ist nun vorbei."

Das Branchenwachstum von 3,4 Prozent im Jahr 2005 wäre der Prognose zufolge doppelt so hoch wie das von Wirtschaftsexperten für 2005 erwartete Wachstum der deutschen Wirtschaft insgesamt, zu dem die Unternehmen der Informationswirtschaft und Telekommunikation "als Zugpferd" einen weit überdurchschnittlichen Anteil von etwa einem Fünftel beitragen, wie Bitkom-Chefvolkswirt Axel Pols erläuterte. Als Wachstumstreiber hat der "Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V." überwiegend Mobilfunkdienste, Notebooks und Software ausgemacht. Bei den Software-Anbietern sagt er sogar eine Trendwende voraus: Nach einem Minus von 1,5 Prozent im vergangenen Jahr seien 2004 wieder um 3,5 Prozent steigende Umsätze auf insgesamt 15,4 Milliarden Euro zu erwarten; im kommenden Jahr rechnet der Verband sogar mit einem Plus von 5,5 Prozent.

Die Telekommunikationsdienste legen im laufenden Jahr um 3,4 Prozent auf 55,1 Milliarden Euro zu, und während in diesem Segment die Festnetz-Sprachdienste um 1,3 Prozent auf 20,3 Milliarden Euro schrumpfen, macht die Mobiltelefonie einen deutlichen Sprung um 7,5 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro. In der Konsumelektronik setzt sich die Substitution der Analogtechnik unvermindert fort. Für 2005 werden Umsätze mit digitalen Endgeräten in Höhe von 6,8 Milliarden Euro erwartet, den Markt für Analoggeräte bezifferte Rohleder auf 3 Milliarden Euro; im Jahr 2000 war das Verhältnis noch genau umgekehrt gewesen. Die stärksten Markttreiber bildeten im ersten Halbjahr MP3-Player (plus 276 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres), Flachbild- und Projektionsgeräte (plus 109 Prozent) und Digitalkameras (plus 18 Prozent).

Positiv sieht der Verband auch die Beschäftigungssituation der Branche, die derzeit etwa 741.000 Mitarbeiter zählt. Der Stellenabbau sei zu Ende, und die Zahl werde im kommenden voraussichtlich wieder leicht steigen, zeigte sich Rohleder zuversichtlich. "Die Branche entwickelt sich nunmehr auf einem stabilen Niveau".

Der Verbandsgeschäftsführer benutzte die Gelegenheit, erneut die geplante Pauschalabgaben-Regelung in dem neuen Novellierungsentwurf der Urheberrechts zu kritisieren. "Die Regierung kneift an den zentralen Stellen -- sie hat keine Zahlen in den Entwurf geschrieben, und es gibt keine Deckelung der Abgabe", kommentierte er die Absicht des Bundesjustizministeriums, Art und Höhe der Abgaben die beteiligten Verbände der Leistungsschutzberechtigten und der Gerätehersteller bzw. -importeure künftig unter sich aushandeln zu lassen. "Wir haben hier weder Planungssicherheit noch eine Innovationen fördernde Politik. (Richard Sietmann) / (jk)