Panasonic und Leica steigen ins DSLR-Geschäft ein

Die beiden Hersteller planen im Laufe dieses Jahres die EinfĂĽhrung einer digitalen Spiegelreflexkamera sowie eines bildstabilisierten Standardzooms fĂĽr den von Olympus etablierten Four-Thirds-Standard.

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Von
  • Mattias Hermannstorfer

Panasonic wagt sich ins Geschäft mit digitalen Spiegelreflexkameras vor und präsentierte auf der US-Fotomesse PMA den Prototyp seiner Lumix DMC-L1. Das Design ähnelt dabei stark einer klassischen, analogen Mess-Sucherkamera – ein Eindruck, zu dem das Zeitenwahlrad sowie die Einstellringe für Blende, Zoom und Fokus am Objektiv beitragen. Kompatibel ist die Kamera mit Objektiven, die über ein Four-Thirds-Bajonett verfügen. Dieser Standard war von Olympus und Kodak 2002 vorgestellt worden und wartet seitdem auf den großen Durchbruch.

Die L1 bietet ebenso wie die kürzlich vorgestellte Olympus E-330 den mittels der ν-Maicovicon-Technik entwickelten Live-MOS-Sensor in Four-Thirds-Größe mit einer Auflösung von 7,5 Megapixeln. Der Chip lässt sich wie bei Kompakt-Digicams zur Anzeige eines Livebilds nutzen, das auf dem 2,5 Zoll großen LCD mit 207.000 Pixeln erscheint. Dazu muss der Hauptspiegel hochgeklappt sein, was die Sicht der TTL-Autofokussensoren blockiert. Das kurzzeitige Herunterklappen des Spiegels erlaubt das erneute Fokussieren, was allerdings wohl nur bei statischen Motiven funktioniert. Zur Lösung dieses Problems setzt Olympus bei der E-330 einen in den Strahlengang eingeklinkten zweiten Sensor für einen alternativen Live-Modus ein, der das elektronische Bild parallel zum optischen Sucherbild liefert und die Arbeit der Autofokussensoren nicht behindert.

In der Lumix DMC-L1 ist für Bildaufnahme und -verarbeitung ein Prozessorschaltkreis namens Venus III zuständig, der besonders stromsparend arbeiten und das Bildrauschen gering halten soll. Die Bilddaten werden auf SD-Karten festgehalten. Eine Folge der gemeinsamen Entwicklung mit Olympus ist der Mechanismus zur Reinigung des Bildsensors, die hier wie dort per Ultraschall geschieht.

Zusammen mit Panasonic steigt auch der deutsche Traditionshersteller Leica Camera in das Four-Thirds-System ein und stellt das speziell an die Lumix DMC-L1 angepasste Standardzoom D Vario-Elmarit 1:2.8–3.5/14–50mm ASPH. vor. Der Bildwinkelbereich entspricht dabei einem Kleinbild-Brennweitenbereich von 28 bis 100 mm. Das Autofokus-Objektiv wird nach Vorgaben von Leica von Panasonic in Japan hergestellt und ist mit dem optischen Bildstabilisator Mega O.I.S. ausgestattet. Der Mechanismus soll zwar auch an Olympus-Kameras funktionieren – beide O.I.S.-Modi unsterstützt jedoch derzeit nur die DMC-L1. Unklar bleibt das genaue Erscheinungsdatum der L1 wie auch des Leica-Objektivs. Zu vermuten ist eine Einführung bis zur Photokina im Herbst dieses Jahres in Köln. (mhe)