DasTelefonbuch.de will "Findemaschine" im Internet sein
In den kommenden Wochen steht die neugestaltete Website bereit.
Das Telefonbuch im Internet steht vor einem Neustart. Der Herausgeber DeTeMedien aus Frankfurt, eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Telekom, lud für den heutigen 2. Juni zu einer Präsentation in die Hamburger Speicherstadt: "Hier wird sonst für das Musical 'König der Löwen' geprobt", begrüßte Gerhard Kinzl, Geschäftsführer DasTelefonbuch Servicegesellschaft, seine Gäste -- Verleger und Journalisten aus der ganzen Republik.
Klaus Mapara, Vorsitzender des Beirates, definierte die Ziellinie: Von den heute 15 Millionen Visits (100 Millionen Pageimpressions) im Monat auf DasTelefonbuch.de wolle man bald den Verbreitungsgrad des gedruckten Telefonbuches kommen, das in 90 Prozent aller deutschen Haushalte vorhanden ist. FĂĽr Mapara ist die neue "Findemaschine" -- so nennen die Herausgeber ihr neues Kind -- im ĂĽbrigen ein gutes Beispiel fĂĽr Hightech, der aus dem Mittelstand kommt: FĂĽnf mittelgroĂźe deutsche Softwarefirmen haben die auf Open Source basierende Anwendung programmiert.
Den theoretischen Unterbau gab Professor Norbert Bolz, Medienwissenschaftler aus Berlin, nach dessen Meinung das neue Online-Telefonbuch eine zeitgemäße Antwort auf das Motto "Ich suche nicht, ich finde" darstellt, das bereits Picasso formuliert habe. Bolz verwies darauf, dass es dem Nutzer in der heutigen Zeit nicht an Informationen mangele, sondern an Orientierung. Und als Basis für ein erfolgreiches Geschäftsmodell definierte er: "Die Verlinkung ist wichtiger als das, was verlinkt ist". Als taugliches Fallbeispiel nannte er eBay.
In der Präsentation hakte dann die Verlinkung allerdings ein wenig, als der eingesetzte T-Online-Browser zeitweilig den Dienst versagte. Auch schienen nicht alle Anwesenden einhellig der Meinung zu sein, dass das neue Produkt die notwendige Einfachheit aufweise, die zuvor gepriesen wurde. So bietet das neue Online-Telefonbuch einen bunten Blumenstrauß an Funktionen -- von der Möglichkeit, gesuchte Informationen zu speichern und an andere Teilnehmer zu senden, über den Download von Datensätzen für Outlook bis hin zu Hotelsuche (in Zusammenarbeit mit dem HRS-Buchungssystem). Dazu kommen dann beispielsweise Bürgerinformationen und ein Firmenfinder, der alle Werbepartner der regionalen Telefonbuchverlage auflistet.
Die Verlag Heinz Heise GmbH & Co. KG aus der Heise Medien Gruppe, zu der auch der Heise Zeitschriften Verlag als Betreiber von heise online gehört, arbeitet als Telefonbuchverlag mit DeTeMedien bei Print-Ausgaben und Online-Angeboten zusammen. (tol)