Hörbuchverlage setzen aufs Internet

Für die Hörbuchverlage sei das Internet aber nur eine Ergänzung zu den traditionellen Verkaufswegen, hieß es auf der Frankfurter Buchmesse.

vorlesen Druckansicht 37 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Die Hörbuchverlage wollen mit Hilfe des Internets neue Kunden gewinnen. "Für uns ist der Download jedoch nur eine Ergänzung zu den traditionellen Verkaufswegen", sagte Yasmin Alinaghi, Sprecherin des Arbeitskreises Hörbuchverlage im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse. Im Buchhandel verzeichnet das Hörbuch bei einem jährlich geschätzten Umsatz von rund 65 Millionen Euro weiterhin zweistellige Zuwachsraten.

Bei den Internetangeboten wollen die Verlage die Erfahrungen der Musikindustrie nutzen, die seit Jahren mit Piraterie kämpfe. "Unser Ziel ist, unsere Werke zu schützen und einen gemeinsamen Standard zu entwickeln", sagte Alinaghi. Sie räumte ein, dass die Zielgruppe im Internet noch nicht deutlich zu erkennen sei. Mit einer Postkarten-Umfrage soll der Markt in den kommenden Wochen ausgelotet werden. Die Downloads wollen die Verlage bis zu 20 Prozent unter dem Ladenpreis anbieten.

Nach einer Schätzung von Marc Sieper von Lübbe Audio sind zurzeit rund 8000 Hörbuch-Titel auf dem Markt. Bei einer Befragung kündigten fast alle Verlage an, ihre Produktion in den kommenden Monaten zu steigern. Dabei soll die Startauflage auf mindestens 5000 Exemplare erhöht werden.

Der Buchhandel stellt sich nach Information von Rudolph Braun-Elwert, Vorsitzender des Sortimenter-Ausschusses beim Börsenverein, immer stärker auf den neuen Markt ein. Bereits ein Viertel der Läden beschäftige eigene Hörbuch-Mitarbeiter. Der Anteil der Hörbücher am Umsatz betrage im Schnitt zwischen ein und vier Prozent. "Wenn man nur die Belletristik rechnet, sind es allerdings rund zehn Prozent", berichtete Braun-Elwert. (dpa) / (jk)