Microsoft macht Ernst mit RFID -- ein bisschen

Microsoft hat auf der RFID World Conference erläutert, wie es sich Software für den Umgang mit RFID-Markierungen vorstellt.

vorlesen Druckansicht 24 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Hans-Peter SchĂĽler

Microsoft hat auf der RFID World Conference erläutert, wie es sich Software für den Umgang mit RFID-Markierungen vorstellt.

Wo andere Softwarehäuser typischerweise von Middleware sprechen, ließ sich Microsoft über eine noch gar nicht bestehende RFID-Architecture aus. Die Wortwahl scheint dabei nicht nur aus Marketing-Gründen anders ausgefallen zu sein, sondern auch einen etwas anderen Ansatz zu verkünden.

Etwa bei IBM entstehen kundenspezifische RFID-Lösungen, die sich zwischen bestehende Anwendungen eingliedern müssen, typischerweise in Projektarbeit, und liefern ein konkretes Programmbündel. Bei Oracle fallen die Software-Konstrukte zwar offener aus, indem sie Module etwa von RFID-Lesegerät-Herstellern Hot-Plugs einbinden können, doch baut die Ellison-Company fest auf die Grundfähigkeiten ihrer Datenbank-Engines zum Verarbeiten der RFID-Leseereignisse.

In Redmond scheint man noch offenere Software im Sinn zu haben: Nach den Worten von Microsofts Senior RFID Product Manager Alok Ahudja könnte am Ende ein eigenständiges Produkt oder eine getrennt vermarktete Erweiterung für Microsofts altbekannten Biztalk-Server herauskommen. Die maschinennahe Ebene soll im Wesentlichen von Partnerunternehmen bedient werden, und die Datenbank, in der man die gelesenen Daten speichert, implementiert, soll wählbar sein. "Es könnte [Microsofts SQL Server] oder etwas anderes sein. [...] Unsere allgemeine Strategie ist, das Ganze sehr erschwinglich zu gestalten." Lediglich um Filterregeln für die gelesenen Daten zu speichern, scheint man nach Microsofts Plänen auf den kostenlosen SQL-Express-Server angewiesen zu sein.

Wem dies etwas verworren vorkommt, der braucht sich nicht zu grämen: "Wir haben das ein paar Partnern und Kunden in die Hand gegeben und wollen noch tüfteln, also noch etwas Feedback sammeln", erklärte Ahudja, "Der Markt läuft uns nicht weg." Einen Erscheinungstermin für das Resultat wollte er auch auf wiederholte Publikumsfragen hin nicht äußern, obwohl Microsoft schon vor Jahresfrist eine RFID-Middleware für Anfang 2006 angekündigt hatte. (hps)