Infineon hängt Wearables an den Nagel

Der Münchner Chiphersteller Infineon trennt sich von seinem Geschäftsbereich Wearable Electronics. Dort wurde bislang an der Integration von elektronischen Funktionen in Textilien gearbeitet.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der Münchner Chiphersteller Infineon trennt sich von seinem Geschäftsbereich Wearable Electronics. Dort wurde bislang an der Integration von elektronischen Funktionen in Textilien gearbeitet. Im Rahmen eines Management Buy Out (MBO) seien die Aktivitäten an die Firma Interactive Wear abgegeben worden, teilte der Konzern am heutigen Freitag mit. Dazu zählten Patente und Lizenzen, Entwicklungs-Hardware und Software, die bestehende Kundenbasis sowie das Teile-Lager und fertige Wearable-Electronics-Produkte. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Das Management begründete den Schritt mit einer "strategischen Neuausrichtung" des Konzerns und der "Konzentration auf Kerngeschäfte". Infineon zählte in den vergangenen Jahren zu den Vorreitern bei der Entwicklung von Elektronikkomponenten für den Textil- und Kleidungsbereich. Kooperationspartner waren unter anderem der Sportartikel-Hersteller O'Neill und die Modefirma Rosner. Mit den Teppichwerken Vorwerk entwickelte Infineon zuletzt einen intelligenten Teppichboden. Das Marktvolumen für technische Textilien wird von Analysten auf bis zu eine Milliarde US-Dollar im Jahr 2008 geschätzt.

Am MBO beteiligt ist der technische Leiter Wearable Electronics von Infineon und jetzige CTO bei Interactive Wear, Markus Strecker. Den Vorstand übernimmt Andreas Röpert, Aufsichtsratsvorsitzende ist Awa Garlinska. Nach Unternehmensangaben haben alle jetzt im Management von Interactive Wear tätigen Personen langjährige Kontakte zu Infineon beziehungsweise Siemens oder waren dort in leitender Position beschäftigt. "Wir freuen uns, dass die Übernahme der innovativen Wearable-Electronics-Aktivitäten von Infineon so reibungslos geklappt hat. Für uns gibt es nur ein Business, auf das wir uns hinsichtlich Beratung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb voll konzentrieren -- und das heißt Wearable Electronics", sagte Röpert. (pmz)