Zentrale Streikkundgebung von ver.di zum CeBIT-Start

Zum Start der weltgrößten Computermesse am kommenden Donnerstag will ver.di in Hannover ein "international sichtbares Zeichen" beim Arbeitskampf im öffentlichen Dienst setzen. CeBIT-Besucher müssen sich auf Behinderungen einstellen.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der kommende Donnerstag dürfte für einige Besucher der CeBIT ein nervenaufreibender Tag werden. Denn pünktlich zum Start der weltgrößten Computermesse am 9. März will der niedersächsische ver.di-Vorsitzende Wolfgang Denia ein "international sichtbares Zeichen" beim Arbeitskampf im öffentlichen Dienst setzen. Wie dieses Zeichen im Detail aussehen wird, darüber gibt es bislang nur Spekulationen, feststeht aber, dass die Gewerkschaftsführer für Donnerstag eine zentrale Streikkundgebung in Hannover anberaumt haben, zu der mehr als 10.000 Teilnehmer erwartet werden. Mit Behinderungen ist in der niedersächsischen Landeshauptstadt also in jedem Fall zu rechnen.

Um die Auswirkungen möglicher Streikaktionen zu reduzieren, arbeiten die Deutsche Messe AG als CeBIT-Veranstalter und der Flughafen Hannover derzeit Notfallpläne aus. Kritisch wäre vor allem, wenn die Feuerwehr am Flughafen streiken würde, da dies zum kompletten Erliegen des Flugverkehrs führen würde. Nach Angaben von Flughafen-Sprecher Sönke Jacobsen sind entsprechende Streikaktionen aber sehr unwahrscheinlich. Bei Arbeitsniederlegungen im Abfertigungsbereich sollen Mitarbeiter privater Unternehmen einspringen. Keine Beeinträchtigungen dürfte es beim Bahntransfer vom Flughafen zum Hauptbahnhof oder direkt zum rund 20 Kilometer entfernten Messegelände geben, da sich die Bahngewerkschaft Transnet nicht am ver.di-Streik beteiligt.

Anders könnte es indes im Innenstadtbereich aussehen. In der lokalen Presse wird darüber spekuliert, dass sich Mitarbeiter des ÖPNV-Unternehmens Üstra während der CeBIT-Stoßzeiten zu "Sympathiestreiks" entschließen und damit den Bus- und Stadtbahnverkehr in Hannover zumindest temporär blockieren könnten. Die Messe AG verhandelt deshalb mit privaten Busfirmen, die im Notfall einen regelmäßigen Shuttle-Service anbieten sollen. Bei rund einer halben Million erwarteter Messegäste wären solche Ersatzleistungen allerdings nicht mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein. Eine direkte Bestreikung der CeBIT schloss ver.di jedoch aus.

Messe-Vorstandsmitglied Ernst Raue bezeichnete ver.di-Aktionen auf Kosten von CeBIT-Besuchern am heutigen Donnerstag unterdessen als "furchtbar". Die CeBIT sei für Hannover ein großer Wirtschaftsfaktor und Jobmotor, sagte Raue. Zur Leitmesse der ITK-Branche reise die ganze Welt an. "Dann geht ver.di dahin und konterkariert das", kritisierte Raue. "Ich finde das verrückt." Am 10. März ist im Tarifkonflikt das nächste Spitzentreffen zwischen ver.di-Chef Frank Bsirske und dem Vorsitzenden der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL), Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), geplant. (pmz)