MySQL in der Closed-Source-Falle von Bitkeeper
Die Datenbankentwickler mĂĽssen sich nach einem anderen Source-Verwaltungssystem umsehen, nachdem die Bitkeeper-Client-Programme in Zukunft nur noch unter einer kommerziellen und kostenpflichtigen Lizenz verfĂĽgbar sind.
Nachdem die Linux-Kernel-Entwickler sich Anfang April von BitKeeper als Sourcecode-Verwaltung verabschiedet haben, suchen jetzt auch wohl die Datenbankentwickler von MySQL händeringend nach einem anderen Verwaltungssystem für die Quelltexte. Bei MySQL kommt ähnlich wie zuvor beim Linux-Kernel BitKeeper zum Einsatz. Die dafür nötigen Client-Programme bietet der Bitkeeper-Hersteller Bitmover seit Anfang April ausschließlich unter einer kommerziellen und kostenpflichtigen Lizenz an -- die alten kostenlosen Programme sollen nur noch bis zum 1. Juli funktionieren.
Andere Open-Source-Projekte dürften ähnliche Überlegungen anstellen, da sie die Kosten für den Bitkeeper-Client wohl nicht aufbringen können oder wollen. In der Liste der aktuellen und vergangenen Bitkeeper-Nutzer finden sich neben dem Linux-Kernel, dessen Subsystemen sowie MySQL noch eine Reihe andere Open-Source-Projekte. Unter ihnen auch die Virtualisierungslösung Xen, die Bitkeeper bislang immer noch fleißig verwendet.
Um Bitkeeper und dessen Verwendung hatte es im April einen längeren Streit gegeben -- Auslöser für die Lizenzänderung und die Abkehr des Linux-Kernels vom kommerziellen Source-Verwaltungssystem war nicht zuletzt auch Samba-Vater Andrew Tridgell, der einen freies Client-Programm zum Zugriff auf Bitkeeper entwickelte, das Bitmover wohl nicht ins Konzept passte.
Derweil nutzt nun auch Kernel-Entwickler Marcelo Tosatti für die zukünftige Entwicklung des Kernel 2.4 die von Linux-Schöpfer Linus Torvalds und einigen anderen entwickelte Bitkeeper-Alternative git. Für Projekte wie MySQL dürfte das jedoch keine passende Wahl sein -- hier dürften eher Verwaltungssysteme wie Subversion in Frage kommen. (thl)