US-Wettbewerbshüter untersuchen Preise für Musik-Downloads
Das US-Justizministerium vermutet heimliche Absprachen unter den vier Majors der Musikbranche zur Festsetzung der Preise für Musik-Downloads im Internet.
Das US-Justizministerium hat eine Untersuchung eingeleitet, um die Preisfestsetzungen für den Download von Songs in Online-Musikdiensten wie Apples iTunes Music Store zu untersuchen, berichtet das Wall Street Journal. Die Wettbewerbshüter der US-Regierung wollen dabei der Möglichkeit nachgehen, dass die vier Majors der Musikbranche (Warner Music, Sony BMG, Universal Music, EMI) geheime Absprachen getroffen haben, um die Preise für Musik-Downloads festzusetzen und nicht durch Konkurrenz zu niedrig werden zu lassen. Eine Sprechern des Justizministeriums bestätigte gegenüber der Zeitung, dass man mögliche wettbewerbswidrige Praktiken in der Musik-Download-Industrie untersuche.
Alle vier Majors sollen Aufforderungen erhalten, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Laut der Zeitung gehe es unter anderem um Vertragsklauseln, die auch in diesem Fall unter dem Begriff "Most Favored Nation" geführt werden: Danach können Musikfirmen automatisch auf die gleichen günstigen Konditionen im Geschäft mit einem Online-Musikshop pochen, den der Betreiber des Shops irgendeiner anderen Musikfirma gewährt hat. Vertragsverhandlungen zur Durchsetzung solcher Konditionen sind damit nicht notwendig. Ein möglicher weiterer Bereich der Untersuchung könnte auch eine so genannte "vertikale Absprache" zwischen Song-Einzelhändlern wie Apple mit dem iTunes Music Store auf der einen und irgendeiner der Musikfirmen auf der anderen Seite sein.
Ähnliche Verfahren gegen die Musikindustrie soll bereits der New Yorker Staatsanwalt angestrengt haben, der unter anderem durch Verfahren gegen die als Payola bekannt gewordene Bestechnung von Radiosendern oder gegen Sony BMGs Rootkit-Kopierschutz unter Musikliebhabern bekannt wurde. Die Untersuchungen gegen die Majors kommen ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Musikindustrie, vom Erfolg der Online-Musikshops angeregt, neue Begehrlichkeiten entwickelt: EMI etwa forderte eine "flexiblere Preisgestaltung", Sony BMG und Warner Music möchten die Preise für Online-Musik erhöhen. (jk)