Aktionärsschützer kritisieren Telekom-Angebot
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bezeichnet das Kaufangebot der Telekom für T-Online-Aktien als "absolut inakzeptabel".
Das Kaufangebot der Deutschen Telekom für die Übernahme von T-Online-Aktien stößt bei den Aktionärsschützern auf heftige Kritik. "Diese Offerte ist absolut inakzeptabel", wetterte Ulrich Hocker, der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) heute, nachdem bekannt geworden war, dass die Telekom die Aktien zum aktuellen Kurs von 8,99 Euro übernehmen wolle. Bei diesem Kurs läge der Kaufpreis für die Telekom bei knapp drei Milliarden Euro.
Ein wesentlicher Kritikpunkt der DSW ist der große Verlust zum Ausgabekurs, der im April 2000 bei 27 Euro lag. Mit seiner Analyse dürfte Hocker vielen Anlegern aus der Seele sprechen: "Erst machen die Aktionäre den gesamten Abstieg mit und sobald die Geschäfte wieder besser laufen und es endlich was zu verdienen gibt, sollen sie ihre Papiere billig abgeben". Zwischendurch notierte die Aktie aber kräftig im Plus; Mitte 2000 lag sie bei 48 Euro, im Herbst 2001 war sie indes auf 4,85 Euro gefallen.
Die DSW rät den Anlegern, abzuwarten. Die Telekom müsse im Rahmen der Verschmelzung ein weiteres Angebot vorlegen. Im Gegensatz zu der vorliegenden freiwilligen Offerte sei die Höhe dieses Angebots mittels eines so genannten Spruchverfahrens gerichtlich überprüfbar.
Über die Einverleibung von T-Online durch die Deutsche Telekom war bereits seit Monaten spekuliert worden. Die Festnetzsparte T-Com und der Internet-Bereich T-Online waren wiederholt in Konkurrenz zueinander getreten, besipielsweise beim Vertrieb von Multimedia-Inhalten. Die Integration von T-Online soll nach Angaben der Telekom eine "optimale und durchgängige Ausschöpfung der Kundenbeziehung" ermöglichen; der Markenname T-Online bleibt dabei offenbar erhalten. (uma)