Neue Internet-Box soll britisches Fernsehen revolutionieren
Sieben britische TV-Sender, darunter die BBC, haben für 2011 den "YouView"-Receiver angekündigt, der die Internet- und die Fernsehwelt nahtlos zusammenführen soll.
Die sieben britischen Fernsehsender BBC, ITV, BT, Channel 4, Talktalk, Arqiva und Five haben für 2011 eine gemeinsame Set-Top-Box namens "YouView" angekündigt, die die Internet- und Fernsehwelt nahtlos zusammenführen und so das TV-Erlebnis in Großbritannien revolutionieren soll.
Konkret verbindet die Box ohne monatliche Kosten den Empfang des unverschlüsselten TV-Angebots Freeview (digitales Antennenfernsehen) bis zur HD-Auflösung mit einer sogenannten Catch-Up-TV-Funktion, über die sich Sendungen der vergangenen Tage als Stream über das Internet abrufen lassen. Schließlich soll die Box über Apps und Widgets Zugriff auf weitere Online-Dienste bieten. In den kommenden Wochen soll ein spezieller Bereich für Entwickler auf der YouView-Website eingerichtet werden.
Nach Angaben der Sender, die für das Projekt ein Joint Venture gegründet haben, steht die Plattform auch weiteren Sendern offen. Explizit wird dabei auch die Möglichkeit der Nutzung von Pay-TV-Angeboten über die Box genannt – natürlich gegen Bezahlung. Zudem ist YouView nicht auf einen bestimmten Gerätehersteller festgelegt; die Mindestanforderungen sind auf der YouView-Website abrufbar (PDF-Datei). Darin ist unter anderem nachzulesen, dass ein YouView-Receiver mindestens zwei DVB-T/-T2-Tuner und eine 300-GByte-Festplatte enthalten muss. Analoge HD-Ausgänge werden hingegen "wegen der Rechte-Management-Strategie" sogar ausgeschlossen.
Einige europäische Fernsehsender und mehrere Receiver-Hersteller haben gegenüber heise online jedoch bereits Kritik an YouView geäußert. Sie ärgern sich vor allem darüber, dass die beteiligten britischen Sender mit ihrem Projekt offenbar der europäischen HbbTV-Spezifikation (Hybrid Broadcast Broadband TV) eine Absage erteilen. HbbTV soll ebenfalls klassisches Fernsehen und Internet-Angebote nahtlos miteinander verbinden, was die Einbindung von Mediatheken einschließt. Zu den Unterstützern dieses Standards für programmbegleitende Online-Dienste gehören deutsche und französische Fernsehsender. (nij)