Makroökonomen erhalten diesjährigen Wirtschafts-Nobelpreis

Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften teilen sich in diesem Jahr der US-Forscher Edward C. Prescott und der Norweger Finn Kydland; Prescott wurde an der Internet-Nobelpreisbörse der Universität Frankfurt als Top-Favorit gehandelt.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Den mit 1,1 Millionen Euro dotierten Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften teilen sich in diesem Jahr der US-Forscher Edward C. Prescott und der Norweger Finn Kydland. Die Schwedische Akademie der Wissenschaften würdigte damit ihre Theorien zur dynamischen Makroökonomie. Die Wissenschaftler beschäftigten sich unter anderem mit Problemen der Zeitinkonsistenz wirtschaftspolitischer Entscheidungen und der Konjunkturtheorie.

Prescott lehrt an der Arizona State University und ist Mitglied im Rat der Notenbank im US-Staat Minnesota. Kydland hält Professuren an der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh und der University of California. Der Wirtschaftsnobelpreis wurde von der Schwedischen Reichsbank gestiftet und erstmals 1969 vergeben; er zählt nicht zu den klassischen Nobelpreisen, die seit 1901 vergeben werden.

An der Nobelpreisbörse der Universität Frankfurt war Prescott als Top-Favorit gehandelt worden. Auch Kydland wurde vorgeschlagen, schaffte seinen IPO aber nicht. Sozusagen in letzter Minute konnte das wissenschftliche Institut der Goethe-Uni damit einen Prestigeerfolg verbuchen, nachdem die Anleger bei den anderen Nobelpreisen meist daneben gelegen hatten.

Für den technischen Projektleiter Christoph Kepper hat sich das Experiment aber trotzdem gelohnt. Zwar sei es für ein endgültiges Fazit noch etwas früh, sagte Kepper im Gespräch mit heise online, die enormen Zugriffszahlen belegten aber, dass das Interesse sehr groß war. Mehr als 880 Teilnehmer hätten in den vergangenen Wochen 470 potenzielle Nobelpreisträger vorgeschlagen. "Bei uns werden nicht Meinungen, sondern gute Prognosen belohnt", erklärt Kepper den Unterschied zu traditionellen Meinungsumfragen. Künftig könne man die virtuelle Börse beispielsweise als Barometer für Wahlausgänge nutzen oder dort die Prognosen der so genannten Wirtschaftsweisen handeln lassen. (pmz)