Letzte GSM-Auktion Ă–sterreichs abgeschlossen
Vergeben wurden drei frĂĽher vom analogen Netz genutzte E-GSM-Pakete (im unteren 900-MHz-Band, zweimal 2 x 3,2 MHz, einmal 2 x 3,0 MHz) sowie ein kleines Paket (2 x 2,0 MHz) im 1800-MHz-Band.
In Wien ist am gestrigen Montagabend die Versteigerung der letzten GSM-Frequenznutzungsrechte Österreichs zu Ende gegangen. Der nach sechs Runden erzielte Gesamterlös von 968.000 Euro lag nur wenig über der Summe der Rufpreise von 894.00 Euro, die letzten drei Runden hatten keine Gebotserhöhungen mehr gebracht. Vergeben wurden drei früher vom analogen Netz genutzte E-GSM-Pakete (im unteren 900-MHz-Band, zweimal 2 x 3,2 MHz, einmal 2 x 3,0 MHz) sowie ein kleines Paket (2 x 2,0 MHz) im 1800-MHz-Band. War bei der vorangegangenen Versteigerung im Jahr 2002 ein solches Paket noch für vier Millionen Euro ausgerufen worden, erhielt diesmal tele.ring den Zuschlag zum Mindestgebot von 157.000 Euro.
Mit zusammen 560.000 Euro etwas mehr als die Rufpreise wird Mobilkom Austria für zwei E-GSM-Pakete bezahlen. Der Marktführer nutzt bereits sowohl 900 als auch 1800 MHz Frequenzen. One hat das E-GSM-Paket am untersten Rand des E-GSM-Frequenzblocks zum Rufpreis von 251.000 Euro ersteigert. Die E.On-Tochter funkt bisher nur im 1800er-Band und wird für die nun zugeteilten Frequenzen neue Netzhardware installieren müssen. Genaues Investitionsvolumen und Zeitplan stehen noch nicht fest, aber neue Sender könnten bereits im laufenden Jahr in Betrieb gehen. Die relativ niedrigen Frequenzen sollen der Verbesserung der Netzversorgung in Gebäuden dienen. Gleichzeitig öffnet One damit sein Netz für Roamer, deren GSM-Handys nicht für 1800-MHz-Netze gerüstet sind -- zusätzliche Umsätze sollen also die Investitionen belohnen. Da der weitaus größte Teil des Netzverkehrs wie gehabt über das 1800-MHz-Netz abgeführt werden wird, kann One auch mit dem vergleichsweise schmalen 900-MHz-Frequenzband von 2 x 3,2 MHz diese Pläne umsetzen.
Mit dieser Versteigerung sind alle GSM-Frequenzen auf die vier GSM-Netzbetreiber aufgeteilt, Frequenzreserven sind nicht mehr vorhanden. One kann seinen 1,5 Millionen Kunden sowie den 68.000 Kunden des "Untermieters" Tele2 mit insgesamt 2 x 32,2 MHz dienen, die 3,2 Millionen Mobilkom-Kunden können auf 2 x 32 MHz zurückgreifen. Die zwei Millionen Nutzer des T-Mobile-Netzes haben 2 x 20,8 MHz zur Verfügung. Tele.ring ist der einzig verbliebene Netzbetreiber, der bei GSM nur im 1800-MHz-Band funkt. Für die rund 776.700 User stehen 2 x 16,8 MHz bereit, was das größte Frequenzspektrum pro Nutzer bedeutet. (Kundenzahlen zum Stichtag 30. Juni nach Unternehmensangaben.) Alle vier Netzbetreiber verfügen auch über UMTS-Netze, wo Mobilkom und T-Mobile jeweils drei gepaarte FDD-Frequenzblöcke nutzen, One, tele.ring und 3 je zwei. Von den auf absehbare Zeit nicht in Verwendung stehenden ungepaarten TDD-Frequenzen sind je zwei Blöcke Mobilkom und T-Mobile zugeteilt, ein Block dem reinen UMTS-Netzbetreiber 3. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)