Rückschlag für Motorolas LCD-TV-Pläne

Ein Streit mit dem chinesischen Produktionspartner Proview und seiner Tochter Moxon führt zur Beendigung der gemeinsamen Entwicklung von LCD-Monitoren für Endverbraucher.

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Von
  • Jürgen Kuri

Ein Streit mit dem chinesischen Produktionspartner wirft Motorola bei den Bemühungen weiter zurück, mit LCD-Bildschirmen auch wieder in den Markt für TVs einzusteigen. Die Verträge mit Proview International Holdings seien aufgelöst worden, da es "Meinungsunterschiede beim Produktmarketing im nordamerikanischen Markt" gegeben habe. Die gemeinsame Entwicklung von Displays für Endverbraucher werde eingestellt, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Proview-Tochter Moxon und von Motorola.

Motorola war einer der Pioniere bei der Herstellung von TV-Geräten in den USA, verkaufte das Geschäft 1974 aber an Matsushita. Nach den Vereinbarungen mit Proview, durch die Motorola nach jahrzehntelanger Abstinenz vom TV-Endgerätemarkt wieder ins Geschäft mit Fernsehern und LCD-Schirmen einsteigen sollte, wollte Motorola die gemeinsam entwickelten Geräte unter dem eigenen Markennamen in den USA vertreiben. Moxon sollte im Gegenzug die Genehmigung erhalten, die Geräte in Asien ebenfalls unter dem Label Motorola anzubieten.

Allerdings wollte Moxon offensichtlich auch LCD-TVs unter dem Markennamen Proview in den USA verkaufen -- und damit Motorola im heimischen Markt Konkurrenz machen. Dies gefiel nun den Motorola-Managern nicht, die auf eine Überprüfung der Vereinbarungen drängten -- was schlussendlich zu ihrer Kündigung führte. Weiter zusammenarbeiten will man aber im asiatischen Markt, wo Proview weiterhin LCD-Geräte mit Motorola-Markennamen vertreiben darf. Proview/Moxon ist einer der führenden Hersteller von LCDs, die für diverse Anbieter produziert, aber auch unter den eigenen Marken Proview und MAG vertrieben werden. (jk)