Lenovo enttäuscht Analysten
Das nach dem Zukauf der PC-Sparte von IBM zum drittgrößten PC-Hersteller der Welt avancierte chinesische Unternehmen musste im vierten Geschäftsquartal Rückgänge bei Umsatz und Gewinn hinnehmen.
Das nach dem Zukauf der PC-Sparte des US-Technologiekonzerns IBM zum drittgrößten PC-Hersteller der Welt avancierte chinesische Unternehmen Lenovo hat die Erwartungen der Analysten im vierten Geschäftsquartal nicht erfüllt. Wie das Unternehmen am heutigen Mittwoch in Hongkong mitteilte, sank der Gewinn im letzten Drei-Monats-Zeitraum des Geschäftsjahres 2004/05 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um rund 12 Prozent auf 166 Millionen Hongkong-Dollar (21 Millionen US-Dollar). Analysten hatten mit 194 Millionen Hongkong-Dollar gerechnet. Der Umsatz ging um 6,4 Prozent auf 4,71 Milliarden Hongkong-Dollar (605,33 Millionen US-Dollar) zurück.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2004/05, das zum 31. März endete, weist Lenovo einen Konzerngewinn in Höhe von 1,12 Milliarden Hongkong-Dollar (143 Millionen US-Dollar) aus, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 6,4 Prozent. Die Umsätze gingen von 23,2 auf 22,55 Milliarden Hongkong-Dollar zurück (minus 2,8 Prozent). Den operativen Jahresgewinn im PC-Geschäft beziffert Lenovo auf 463,5 Millionen Hongkong-Dollar (59,55 Millionen US-Dollar). In der Handysparte fiel ein operativer Verlust von 54,5 Millionen Hongkong-Dollar (7 Millionen US-Dollar) an.
Im Mai hatte Lenovo die Übernahme des verlustreichen PC-Geschäfts von IBM für insgesamt 1,75 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Lenovo, das im stark umkämpften heimischen PC-Markt derzeit auf einen Marktanteil von 25 Prozent kommt, darf die Marke IBM laut Vereinbarung die nächsten fünf Jahre nutzen. Lenovo hatte erklärt, durch den IBM-Zukauf seinen Gewinn in den kommenden drei Jahren verdoppeln zu wollen. Der Kurs der Lenovo-Aktie gab seit der Übernahme des PC-Geschäfts von IBM um mehr als 9 Prozent nach. (pmz)