Zahl der Fotogroßlabore schrumpft trotz Wachstum bei Digitalfotos

80 Prozent der Kunden holt Abzüge auch von Digitalbildern weiterhin im Ladenlokal ab.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Obwohl die Zahl der Abzüge von Digitalfotos weiterhin stark wächst, ist die Zahl der Fotogroßlabore zwischen dem ersten Halbjahr 2003 von 42 auf 34 zur Jahresmitte 2004 zurückgegangen. Dies ist das Ergebnis der aktuellen, halbjährlichen Erhebung des Bundesverbands der Photo- Großlaboratorien e.V. (BGL). Indes halte das "dramatische Laborsterben" weiter an, meint der Verband: Inzwischen sei die Zahl der so genannten Finishing-Betriebe gar auf 24 geschrumpft.

Die Gründe für die Unternehmensaufgaben liegen nach der Meinung des Bundesverbandes weniger in der Schrumpfung des analogen Geschäftes, da diese inzwischen zum größeren Teil durch hohes Wachstum des digitalen Geschäftes kompensiert werde. Vielmehr sei die Branche durch Preisverfall und Margenverlust schon seit Jahren "ausgehöhlt" worden, sodass schon relativ kleine Mengenschwankungen, mit denen andere Industriezweige leben könnten, bei den Laboren hingegen "dramatische Folgen" zeitigten.

Aus dem Halbjahresvergleich zum 30. Juni 2003 beziehungsweise 2004 des BGL ergeben sich folgende Trends: Das Volumen bei den analogen Bildern ist um ca. zehn bis zwölf Prozent gefallen. Hingegen ist das Volumen bei den digitalen Bildern um ca. 150 bis 160 Prozent gestiegen. Auch die Anzahl der von analogen Filmen gefertigten CDs ist erneut gestiegen -- und zwar um 40 Prozent. Die Datenerhebung für die Analyse sei allerdings durch den Umstand erschwert worden, dass während der Erhebung manche der inzwischen geschlossenen Labore vollauf mit ihrem Insolvenzverfahren beschäftigt gewesen seien. Diese Unternehmen hätten möglicherweise weniger Fotos gezählt als sie tatsächlich produziert hätten, vermutet BGL-Geschäftsführer Michael Grütering.

Angesichts der anhaltend hohen Zuwachsraten prognostiziert der BGL, dass sich die Anzahl der digitalen Bilder auch in 2005 noch einmal verdoppeln wird. Damit werde der Durchbruch zu einem Volumenmarkt geschafft. Im Vergleich zu anderen Märkten (Japan, USA) stellt der Bundesverband fest, dass die starke Großlaborstruktur in Mittel- und Westeuropa zu einer wesentlich rascheren Entwicklung des digitalen Bildergeschäftes führe. Großlabors und ihre Kunden hätten ein vitales Interesse an der Entwicklung des Umsatzes mit digitalen Dienstleistungen. Auch die Kommunikation zum Endverbraucher sei "viel breiter vorangetrieben" -- die Mehrheit der Kunden holt ihre Abzüge weiterhin im Geschäft ab. Als weiteren Indikator für ein Anspringen des Geschäfts bewertet BGL-Vorsitzender Hubert Rothärmel, dass sich auch Fotodienstleistungen über das Internet immer größerer Beliebtheit erfreuten: Computeraffine Verbrauchergruppen schätzten diesen Bestellweg besonders: "Dabei fällt auf, dass die Rücksendung der Fotos zu 80 % wieder über die Ladenlokale geht, etwa 20 % der Verbraucher wählen die Rücksendung durch die Post." (ssu)