Mobilcom will E-Plus-Billigmarke Simyo gerichtlich stoppen
Der Mobilfunk-Reseller ohne eigenes Netz fühlt sich durch Sonderkonditionen, die E-Plus angeblich seiner Zweitmarke Simyo einräumt, diskriminiert.
Der Mobilfunkanbieter Mobilcom will E-Plus juristisch den Vertrieb seiner Zweitmarke Simyo verbieten. "Wir haben einen Antrag auf Einstweilige Verfügung an das Landgericht Düsseldorf geschickt, um den Verkauf zu stoppen", sagte ein Mobilcom-Sprecher heute und bestätigte damit einen Vorab-Bericht der Wirtschaftswoche. Ein Gerichtssprecher bestätigte den Eingang des Antrags allerdings nicht.
Auch bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation ist der Streit zwischen E-Plus und den netzunabhängigen Mobilfunkanbietern inzwischen bekannt. Mobilcom wolle von der Behörde wissen, ob E-Plus mit Simyo nicht gegen die Lizenzbedingungen verstoße, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Die Behörde prüfe den Vorgang zur Zeit.
Nach Ansicht von Mobilcom gewährt E-Plus der eigenen Billigmarke günstigere Konditionen als den Zwischenhändlern von Handy-Verträgen. Deshalb hatten Mobilcom und Debitel in der vergangenen Woche bereits auf Gleichbehandlung gedrängt, woraufhin sich E-Plus nach ihren Angaben zu Zugeständnissen bereit erklärt hatte. Der Vertragsentwurf von E-Plus enthalte allerdings "unannehmbare Konditionen", sagte der Mobilcom-Sprecher, ohne Details zu nennen. (dpa) / (ssu)