Verband: Gebrauch illegaler Kopien für viele selbstverständlich
Während der Verband der Unterhaltungssoftware wirtschaftliche Schäden beklagt, verweist die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen auf das "rücksichtslose Vorgehen" der professionellen "Raubkopierer" hin.
Ein mangelndes Unrechtsbewusstsein beim Nutzen von illegalen Kopien hat der Verband der Unterhaltungssoftware Deutschland (VUD) beklagt. Für viele sei der Gebrauch selbstverständlich, sagte VUD-Geschäftsführer, Ronald Schäfer, heute auf einer Fachtagung der Polizei in Aschersleben, an der Beamte aus dem gesamten Bundesgebiet teilnahmen. Dabei ging es hauptsächlich um das bessere Ausschöpfen rechtlicher Möglichkeiten bei der Bekämpfung der "Raubkopierer".
Nach Schäfers Angaben bremsen professionelle Raubkopierer das Wachstum des Computer- und Videospielemarktes erheblich. "Jedes Jahr werden in Deutschland 250 bis 300 Millionen Euro für Raubkopien ausgegeben, die den Herstellern direkt weggenommen werden", sagte Schäfer. 2003 seien 54 Millionen Datenträger zum Kopieren von Computer- und Videospielen verwendet worden. Das bedeute, jede Stunde wurden in Deutschland 6500 illegale Kopien hergestellt und verkauft.
Der Geschäftsführer der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) Jochen Tielke verwies auf das "rücksichtslose Vorgehen" der professionellen "Raubkopierer". "Sie scheuen selbst vor Nötigung nicht zurück, um beispielsweise Computerspiele schon vor dem ersten Verkaufstag zu beschaffen und illegal über Internet-Tauschbörsen zu verkaufen", sagte er. (dpa) / (anw)