Gericht will Klage von Primacom gegen Kreditgeber prüfen
Der hochverschuldete TV-Kabelnetzbetreiber Primacom und seiner Hauptgläubigergruppe streiten sich um möglicherweise sittenwidrige Kredite.
Im Streit zwischen dem hoch verschuldeten Mainzer Kabelnetzbetreiber Primacom und seiner Hauptgläubigergruppe um möglicherweise sittenwidrige Kredite hat das Unternehmen einen kleinen Teilerfolg vor dem Mainzer Landgericht erzielt. Das Gericht habe für September dieses Jahres einen Termin anberaumt, um die Zulässigkeit einer Klage sowie die inhaltlichen Anschuldigungen zu prüfen, teilte Markus Straub von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger mit.
Die Gruppe der Hauptgläubiger fordert dagegen, dass der Fall vor einem Londoner Gericht verhandelt wird, da Mainz nicht zuständig sei. Primacom erwartet sich von einer Verhandlung vor einem deutschen Gericht größere Erfolgsaussichten. "Es ist noch nicht der große Durchbruch für die Primacom, aber ein kleiner Schritt", sagte Straub.
Der Kabelnetzbetreiber hatte im Geschäftsjahr 2004 erneut Verluste eingefahren. Nach 118 Millionen Euro im Jahr 2003 betrug der Fehlbetrag im vergangenen Jahr 113,5 Millionen Euro. Primacom betreibt Kabelnetze in West- und Ostdeutschland und hat nach eigenen Angaben rund eine Million Kunden in Deutschland. (dpa) / (jk)