Aus für Windows-Smartphone Voq

Das kanadische Unternehmen Sierra Wireless hat beschlossen, die Entwicklung des Windows-Smartphones Voq einzustellen oder die Abteilung zu verkaufen.

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Das kanadische Unternehmen Sierra Wireless hat beschlossen, die Entwicklung des Windows-Smartphones Voq einzustellen oder die Abteilung zu verkaufen. Offenbar gibt es keine Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg mit dem Gerät. Die Firma will sich fortan auf ihr Kerngeschäft mit Mobilfunk-Modems in Form von PC-Cards, Embedded Modulen und strapazierfähigen Gehäusen konzentrieren.

Das Voq-Projekt habe weniger als ein Prozent zum Umsatz beigetragen, aber mehr als ein Sechstel der Belegschaft beansprucht, hieß es. Der Aktienkurs von Sierra Wireless reagierte stark positiv auf die Ankündigung, beträgt aber immer noch weniger als ein Viertel des Kurses von vor einem Jahr. Als Besonderheit des Mitte 2004 auf den Markt gekommenen Telefons gilt die aufklappbare Nummern-Tastatur, unter der sich ein Daumen-Keyboard im amerikanischen Layout verbirgt. Im ersten Kalenderjahr sind laut Analystenschätzungen nicht einmal 4.000 Stück verkauft worden.

Für Teile der Finanzcommunity ist der Schritt aber nicht ausreichend, denn auch das Kerngeschäft läuft nicht rund. Neben Newcomern wie Novatel Wireless und Konkurrenten wie die belgische Option machen neuerdings auch Branchengrößen wie Motorola und Alcatel Sierra Wireless Anteile am PCMCIA-Karten-Markt streitig. Hinzu kommt die Verschiebung des Rollouts mancher 3G- und 3.5G-Netze. Im ersten Quartal brach der Umsatz des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 50 Prozent auf 20,2 Millionen US-Dollar ein. Der Verlust belief sich auf 7,6 Millionen (nach 4,6 Millionen Gewinn). Für das zweite Quartal erwartet Sierra Wireless ein Minus von 8,5 Millionen US-Dollar. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)