Aus fĂĽr Paybox-Nachfolger Moxmo

Der niederländische Anbieter von Internetbezahlsystemen Moxmo ist zahlungsunfähig, auch die Website wurde nun abgeschaltet.

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Von
  • Herbert Braun
Der niederländische Anbieter von Internetbezahlsystemen Moxmo ist bereits seit Anfang September zahlungsunfähig. Die Website wurde nun endgültig abgeschaltet.
In Deutschland war Moxmo Anfang des Jahres in die Kritik geraten, als die Niederländer den Kundenstamm des 2003 aufgelösten Micropayment-Anbieters Paybox übernahmen. Paybox hatte die Kundenverträge wegen der Einstellung des Dienstes gekündigt, später jedoch versucht, diese Kündigung zurückzuziehen. Per Mail teilte Moxmo Anfang 2004 den 260.000 ehemaligen Paybox-Kunden mit, dass 9,50 Euro Jahresgebühr eingezogen würden, wenn sie nicht explizit kündigten.
Die Folge war nicht nur ein massiver Vertrauensverlust, sondern auch die teure Rückerstattung vieler eingezogener Beiträge. Moxmo konzentrierte sich wieder mehr auf den niederländischen Markt, wo der Ruf noch nicht so ramponiert war; im Frühjahr wurde der Vertrag mit der deutschen PR-Agentur gelöst. Mitte 2004 wurde wegen fälliger Kurzzeitkredite die Luft dünn für Moxmo.
Mittlerweile mehrt sich auch in den Niederlanden die Kritik am Geschäftsgebaren des Bezahlsystem-Dienstleisters. Vorwürfe von Missmanagement machen die Runde. Die Firmengründer Edward Brandt und Jeroen Althoff bestreiten, sich persönlich bereichert zu haben. Strittig ist auch, ob die Firma auf ihrer Homepage fälschlich suggeriert hat, sie stünde unter Aufsicht der Niederländischen Bank.
Ob Moxmo liquidiert wird oder mit verändertem Konzept fortgeführt wird, ist derzeit noch offen. Althoff gab sich vor kurzem jedenfalls noch zuversichtlich, die Firma als im Hintergrund agierender Dienstleister für Banken ("White Label") am Leben zu erhalten.