Virtuelles Trainingscamp für Roboterfußball
Eine Computersimulation, die einen Sonderpreis bei "Jugend forscht" errang, soll Schwachstellen im Verhalten kickender Robocup-Akteure ausmerzen helfen.
Dass eine kritische Analyse typischer Schwächen bei sportlichen Mannschaftsdisziplinen nicht nur für menschliche Akteure, sondern auch im Roboterfußball sinnvoll sein kann, haben die 18-jährigen Nachwuchstüftler Jan Fuhrmann und René Romann gezeigt: Ihr Simulationsprojekt, das als virtuelles Trainingslager für das Rostocker Uni-Team bei den Robocup-Meisterschaften dient, errang beim 40. Landeswettbewerb von "Jugend forscht" in Mecklenburg-Vorpommern den VDE-Sonderpreis für mikroelektronische Anwendungen.
Der Robocup, die inoffizielle Fußballweltmeisterschaft für Roboter unterschiedlicher Größe, hat sich unter Ingenieuren und Forschungsinstituten als alljährliche Leistungsschau etabliert. Die Arbeit der beiden Schüler vom Schweriner Goethe-Gymnasium erlaubt es, das Treiben der elektronisch-mechanischen Kicker zu simulieren und in einer 3D-Darstellung nachvollziehbar zu machen und hilft so, Schwachstellen der Roboter-Kickerei auszumerzen.
Beim Robocup steht die Kollisionsvermeidung hoch im Kurs, weil jede Berührung zweier Roboter als Foul gewertet wird. Die beiden Nachwuchsinformatiker jagen die simulierten Kicker per Mausklick einem virtuellen Ball hinterher. Sie können so am Computer die unterschiedlichsten Strategien in vergleichsweise kurzer Zeit durchprobieren und diejenigen herausfinden, die die wenigsten Kollisionen mit sich bringen. Einen besonderen Reiz ihrer simulierten Testumgebung sehen Fuhrmann und Romann in dem ungewöhnlichen technischen Mix des Projekts: "Uns begeistert die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche wie Maschinenbau, Informatik und Elektrotechnik." (psz)