Erster Release Candidate von Qt4 verfügbar

Diese Version des plattformübergreifenden C++-Frameworks soll die letzte sein, bevor zum Ende des Monats die endgültige Release erscheint.

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Von
  • Oliver Lau

Die norwegische Softwareschmiede Trolltech hat den ersten Release Candidate von Qt4 veröffentlicht. Diese Version soll die letzte sein, bevor in diesem Monat der Startschuss für die Final Release des C++-Frameworks fällt, das sich besonders zur plattformübergreifenden Programmierung grafischer Bedienoberflächen eignet, aber auch zahlreiche Module für die Kommunikation übers Netzwerk, den Austausch von XML-Daten oder den Zugriff auf SQL-Datenbanken mitbringt.

Qt4 wird es in drei Ausgaben geben: einer vollständigen Desktop Edition, die alle Qt-Module und -Tools umfasst, einer abgespeckten Desktop Light Edition, bei der der Programmierer auf einige Vorzüge der Desktop Edition verzichten muss und die funktional mit der aktuellen 3er-Version vergleichbar sein soll, sowie einer Console Edition ohne GUI-Module, die auf die Entwicklung serverseitiger Anwendungen und Back-Ends abzielt.

Wer von Qt3 nach Qt4 umsteigt, muss damit rechnen, dass seine bestehenden Anwendungen unter der neuen Version wegen Inkompatibilitäten zwischen den Binaries nicht mehr laufen. Portierungswillige unterstützen die Norweger unter anderem mit einer Webseite, die sämtliche Unterschiede zwischen den Versionen beschreibt. Ein qt3to4 genanntes Portierungs-Tool soll dabei helfen, die Umstellung zu beschleunigen.

Ansonsten bleibt es bei den Ankündigungen von vor knapp einem Jahr: Die neue Paint Engine namens Arthur wird über eine einheitliche Schnittstelle den Zugriff auf Plattformspezifika wie Mac OS X Quartz, die X11-Xlib oder das Windows-GDI ermöglichen. Die Scribe getaufte Text Engine wird zur optisch ansprechenderen Textdarstellung das so genannte Kerning (Unterschneiden von Zeichen) unterstützen. Über das neue Interview genannte Model/View-Framework lassen sich große Datenbestände in verschiedenen Ansichten (etwa Tabellen, Listen oder Bäumen) aufbereiten. Neue Containerklassen sollen für übersichtlicheren Code sorgen: So darf der Programmierer beispielsweise ein foreach-Konstrukt anstelle der Iteratoren aus der Standard Template Library (STL) verwenden. An der Typsicherheit soll dank der dafür verwendeten C++-Templates nichts verloren gehen.

Wer bereits eine Qt3-Lizenz erworben hat oder das bis zur Veröffentlichung der endgültigen Version 4 nachholt, darf die Lizenz kostenlos auf Qt4 aktualisieren. Der Qt4-Quellcode stehen auf verschiedenen Mirror-Servern zum Download bereit. (ola)