Vodafone-D2-Chef findet EDGE und UMTS-900 "interessant"
Schon vor dem Vorstoß von T-Mobile habe D2 die Aufrüstung seines GSM-Netzes mit EDGE regelmäßig geprüft, aber bislang als unwirtschaftlich verworfen, sagte Friedrich Joussen heute.
Der Düsseldorfer Mobilnetzbetreiber Vodafone D2 (Pavillon, CeBIT-Freigelände G 04) prüft Möglichkeiten zur Beschleunigung des mobilen Datentransfers außerhalb der UMTS-Versorgung. Am ersten Publikumstag der CeBIT erklärte D2-Chef Friedrich Joussen gegenüber heise online zum Vorstoß des Rivalen T-Mobile, sein GSM-Netz EDGE aufzurüsten, dass auch D2 die Einführung von "Enhanced Data rates for GSM Evolution" (EDGE) regelmäßig als Möglichkeit geprüft habe, seinen Kunden in Gebieten ohne UMTS-Empfang wenigstens Download-Raten von bis zu 200 kBit/s zu ermöglichen. Bislang habe man sich jedoch aus wirtschaftlichen Erwägungen gegen EDGE entschieden und sich bei D2 die Frage gestellt, ob es sinnvoll sei, noch in eine Technik zu investieren, die womöglich in zwei Jahren niemanden mehr interessiere.
Zugleich erklärte Joussen, in Sachen EDGE "nicht dogmatisch" eingestellt zu sein. Nach dem Vorstoß der Bonner Konkurrenz werde man erneut überlegen, ob und wie der Datenempfang abseits der Ballungsgebiete optimiert werden könne. Als Alternative zu GSM-EDGE brachte Joussen die Nutzung von UMTS im Frequenzbereich um 900 MHz ins Gespräch. Dies hätte den Vorteil, die GSM-Standorte weiterverwenden zu können. Der D2-Chef räumt allerdings ein, dass derzeit nirgendwo auf der Welt UMTS-900-Infrastruktur verwandt würde. In Deutschland sei auch die Frage, ob ein UMTS-Sendebetrieb im traditionellen GSM-Spektrum durch die vorhandenen Lizenzen des Mobilfunkers abgedeckt sei, "nicht trivial". (ssu)