HanseNet-Kundenzentrum in Rostock soll im Januar starten
Die in Hamburg ansässige 100-prozentige Tochter der Telecom Italia bereitet sich auf die bundesweite Expansion vor.
Die Entscheidung über das in Mecklenburg-Vorpommern geplante Telefon-Kundenzentrum des Telekommunikationsanbieters HanseNet ist gefallen: Das Callcenter soll im Januar in Rostock seine Arbeit aufnehmen. Das teilten das Unternehmen und das Wirtschaftsministerium am heutigen Freitag in Schwerin mit. HanseNet will mittelfristig 500 Arbeitsplätze schaffen und hat dafür eine Förderzusage des Landes erhalten.
Die ersten 100 Beschäftigten sollen bereits in diesem Jahr eingestellt und geschult werden. Kurz nach dem Start will die Firma im Februar 30 weitere Beschäftigte anstellen. Der zuständige HanseNet-Bereichsleiter Frank Tams verwies darauf, dass es sich um qualifizierte Tätigkeiten handeln werde: Die neuen Kräfte sollten nicht nur Kundenanfragen entgegennehmen, sondern sie auch bearbeiten. HanseNet habe einen hohen Qualitätsanspruch und werde die Beschäftigten deshalb drei Monate lang schulen -- ein nach seinen Worten in der Branche überdurchschnittlicher Aufwand.
Der Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Otto Ebnet, sprach von einem "schönen Erfolg für Rostock" und sagte: "Für uns ist wichtig, dass wir die Callcenter-Branche, die wir schon im Land haben, weiterentwickeln können." HanseNet wird nach Abschluss des Ausbaus eines der größten Telefon-Kundenzentren des Landes betreiben. Bisher arbeiten in Mecklenburg-Vorpommern bereits 108 Callcenter mit zusammen 8200 Beschäftigten. Das größte, das der Firma Transcom, ist ebenfalls in Rostock angesiedelt.
Bis zuletzt war auch Schwerin als Standort für HanseNet im Rennen, Rostock hat sich aber knapp durchgesetzt. Nach Tams Angaben gab letztlich die Größe der Hansestadt und das damit verbundene qualifizierte Arbeitskräftepotenzial den Ausschlag.
Die in Hamburg ansässige HanseNet ist eine 100-prozentige Tochter der Telecom Italia. Hintergrund der Ansiedlung ist die bundesweite Expansion des Unternehmens, das beispielsweise unter dem Namen "Alice" schnelles Internet zusammen mit einem Telefonanschluss anbietet. Ab 2005 soll es das Angebot außer in Hamburg auch in Berlin, Frankfurt am Main, Stuttgart, München und Lübeck geben. Gegenwärtig wird noch geprüft, ob das Angebot auch auf Rostock selbst ausgedehnt werden soll. Das bereits in Hamburg bestehende Telefon-Kundenzentrum mit 200 Mitarbeitern soll unverändert bestehen bleiben. (dpa) / (jk)