TV-Einnahmen durch Werbefilter unter Druck

Die neue Generation digitaler Videorecorder mit ihren Werbefiltern wird aus Expertensicht die Werbeeinnahmen vor allem der privaten Fernsehsender unter Druck setzen.

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  • dpa

Die neue Generation digitaler Videorecorder mit ihren Werbefiltern wird aus Expertensicht die Werbeeinnahmen vor allem der privaten Fernsehsender unter Druck setzen. Das Aufzeichnen und zeitversetzte Anschauen von Programmen ermögliche es, Werbung komplett zu überspringen, sagte der Medienökonom Matthias Kurp von der Universität Münster im dpa-Gespräch. Nahezu alle digitalen Festplattenrecorder würden die Werbeinseln inzwischen auf Knopfdruck herausfiltern.

Dies treffe besonders die Spielfilm- und Serienkanäle. "Die Zeit der herkömmlichen Videorecorder neigt sich dem Ende zu", sagte Kurp. Eine Werbeforschungs-Studie prognostiziert den Anteil der neuen Videogeräte in deutschen TV-Haushalten für das Jahr 2010 auf 20 Prozent. Dies werde zu Reichweitenverlusten der Werbung führen.

Der Bundesgerichtshof hatte am 24. Juni den Verkauf von TV- Werbeblockern erlaubt. Der Vertrieb von Geräten, die Werbespots ausblenden oder automatisch auf einen werbefreien Kanal umschalten, sei mit dem Wettbewerbsrecht vereinbar. (dpa) (gr)