Übernahmekampf bei Metrologie-Anbietern
Mit einem Marktanteil von 35% gilt Hexagon als Marktführer bei Software für die 3D-Metrologie (Vermessungen im Raum) und bei Programmen für die Mikrotechnik (Materialuntersuchungen); nun will er den Konkurrenten Leica Geosystems übernehmen.
Der schwedische Metrologie-Konzern Hexagon will die Schweizer Konkurrenz Leica Geosystems übernehmen. Gelingt die Übernahme, so entstünde der größte Metrologie-Anbieter der Welt. Metrologie oder industrielle Messtechnik nennt man die Vermessung eines Objektes mit Präzisionshardware, aus der Software die Daten gewinnt, mit denen ein 2D- oder 3D-Modell erstellt wird, das wiederum mit CAD-Anwendungen und Bauplänen abgeglichen werden kann.
Mit 6400 Mitarbeitern und einem Marktanteil von 35 % gilt Hexagon als Marktführer bei Software für die 3D-Metrologie (Vermessungen im Raum) und bei Programmen für die Mikrotechnik (Materialuntersuchungen). Mit 2500 Mitarbeitern ist Leica Geosystems bei der Softw- und Hardware der 2D-Technik im Makrobereich (Kartographie und Bauvermessung) an führender Stelle. Kombiniert würden beide Firmen Carl Zeiss International überrunden, die in beiden Marktsegmenten vertreten ist.
"Wir sind Marktführer im Bereich von 100 µm bis 20 µm und wollen sowohl den Makrobereich (bis 10 Meter) wie den Nanobereich (unter 0,3 µm) mit unserem Angebot abdecken", erklärte Hexagon-CEO Melker Schörling heute auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Für die Übernahme haben die Schweden 1,1 Milliarden Schweizer Franken (etwa 715 Millionen Euro) in bar geboten, was die Geschäftsführung von Leica Geosystems als "ungenügendes Angebot" bewertete. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Übernahme zu einem höheren Angebot über die Bühne gehen wird. Das Geld für die diese Transaktion will Hexagon unter anderem durch den Verkauf der Automationssparte an die schwedische Segulah erlösen, aus dem allein ein Kapitalzuwachs von 500 Millionen schwedischen Kronen (54 Millionen Euro) resultieren soll. (Detlef Borchers) / (jk)