Bundesregierung will Offenlegung der Managergehälter nicht erzwingen

Die Bundesregierung will börsennotierte Unternehmen nicht stärker unter Druck setzen, die Gehälter der Manager offen zu legen.

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Von
  • Torge Löding

Die Bundesregierung will börsennotierte Unternehmen nicht stärker unter Druck setzen, die Gehälter der Manager offen zu legen. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries sagte dem Radiosender MDR INFO: "Freiwillige Maßnahmen sind besser als gesetzliche." Die DAX-Unternehmen setzten den Kodex zur guten Unternehmensführung bereits zu 90 Prozent um. Die individuelle Offenlegung der Gehälter sei das einzige Problem. Zypries ist nach eigenen Angaben jedoch zuversichtlich, dass die öffentliche Debatte über Managergehälter weiteren Druck auf die Unternehmen ausüben werde. "Die Diskussionen werden dazu führen, dass Unternehmer andere Maßstäbe setzen werden. Verschiedene Firmen haben bereits angekündigt, die Gehälter offen legen zu wollen - unter anderem Siemens, Allianz und E.ON. Ich bin mir sicher, dass andere folgen werden."

Die Ministerin wies darauf hin, dass die freiwillige Phase befristet sei. Anschließend würden die Unternehmen per Gesetz gezwungen, die Gehälter offen zu legen: "Dann wird das, was bisher freiwillig galt, in Gesetzesform gegossen. Dann müssen sich die Firmen daran halten." Zypries kündigte zugleich Sanktionen an: "Da wird man im Zweifel mit Ordnungsgeldern arbeiten müssen."

Einen negativen Effekt nach der Offenlegung der Gehälter erwartet Zypries nicht. "Ich gehe davon aus, dass es in Deutschland dadurch nicht zu einer Erhöhung der Gehälter kommen wird." Es würden eher selbstkritische Diskussionen stattfinden unter dem Motto: "Schamlosigkeiten scheuen das Licht." (tol)