Telemedizin: großes Potenzial und viele Probleme
Die Hersteller von telemedizinischen Geräten wittern das große Geschäft, allerdings gibt es, wie immer im Gesundheitssystem, viel vermintes Gelände und allerlei politisches Kuddelmuddel.
- Jürgen Diercks
Während Medizintechnik und IT-Systeme bei etlichen Telemonitoring-Projekten für chronisch Kranke reibungslos funktionieren, hapert es im großen Ganzen. Eine flächendeckende Verbreitung telemedizinischer Zentren gibt es noch nicht, denn Politik und Gesundheitsbranche sind sich über die Abwicklung uneins, berichtet iX in der Ausgabe 10/2010 .
Herzinsuffizienz, Diabetes und Asthma zählen zu den Krankheiten, für die sich Telemedizin gut eignet. In vielen kleineren Projekten werden Patienten über telemedizinische Einrichtungen von zu Hause aus erfolgreich betreut. Probleme gibt es bei der Übermittlung der Informationen, denn nicht jeder Arzt kann oder will die Daten via Internet in sein Praxissystem einlesen. Zudem verwenden Krankenhausinformationssysteme und Praxissoftware längst nicht immer einheitliche Schnittstellen.
Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) und die Industrie arbeiten an der Standardisierung der Prozesse und des Qualitätsmanagements. Doch nicht nur Krankenkassen, Haus- und Fachärzte sowie Krankenhäuser samt zugehörigen Organisationen müssen sich auf Verfahren, Schnittstellen, Techniken und Meinungen einigen, auch die Übernahme der Kosten muss eindeutig geklärt werden; allen voran die Aufnahme von Telemedizin in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. (jd)