U.S. Air Force fliegt in Hurrikan "Melissa" und zeigt Bilder

Eine Crew der "Hurricane Hunters" der U.S. Air Force ist durch den wohl stärksten Hurrikan des Jahres 2025 geflogen und hat dabei Daten gesammelt.

vorlesen Druckansicht 84 Kommentare lesen
Der Hurrikan "Melissa" von einem Flugzeug aus.

Das Flugzeug der U.S. Air Force fliegt in das Innere von Hurrikan "Melissa".

(Bild: Tropical Cowboy of Danger)

Lesezeit: 2 Min.
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die Hurricane Hunters der U.S. Air Force Eliteeinheit 53rd Weather Reconnaissance Squadron (WRS) sind am Montag mit einem ihrer Flugzeuge in den Hurrikan "Melissa" geflogen und haben dabei Aufnahmen des Wirbelsturms gemacht und veröffentlicht. Bei "Melissa" handelt es sich um einen Hurrikan der höchsten Klasse 5 auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala mit Windgeschwindigkeiten jenseits der 252 km/h. Zugleich sammelte die Bordbesatzung meteorologische Daten für das National Hurricane Center zur wissenschaftlichen Nutzung.

Während der Hurrikan am Montag auf Jamaika zusteuerte, flog eine Crew des WRS kurz nach Sonnenaufgang von Südosten her in das Zentrum des Wirbelsturms. Das Flugzeug durchbrach dabei die Wand des Hurrikan-Auges und durchquerte dichte graue Wolken bei eingeschränkter Sicht, um dann ins ruhige Zentrum einzufliegen.

Die Crew konnte dabei den selten vorkommenden Stadion-Effekt wahrnehmen. Bei diesem Wetterphänomen wölben sich die Wände rund um das Hurrikan-Auge mit ansteigender Höhe nach außen. Von oben betrachtet sieht das wie ein Sportstadion aus – daher die Bezeichnung Stadion-Effekt.

Aufgenommen wurden die Bilder von Lt. Col. Mark Withee, einem der an Bord befindlichen Navigatoren. Ein Mitglied der Crew, das auf der Social-Media-Plattform X unter dem Namen "Tropical Cowboy of Danger" (@FlynonymousWX) postet, veröffentlichte das Video.

Die Crew kehrte nach der Durchquerung des Hurrikan "Melissa" unter schweren Turbulenzen zurück zur Basis in Curaçao. Die Maschine wurde dort aufgrund von Sicherheitsvorschriften einem Routinecheck unterzogen. Beschädigungen wies das Flugzeug, trotz der hohen Belastungen während des Hurrikan-Durchflugs, nicht auf.

Nach Angaben der Crew treten beim Hurrikan "Melissa" Windgeschwindigkeiten bis zu 295 km/h auf. Damit ist der Wirbelsturm der wohl stärkste des Jahres 2025 und möglicherweise der stärkste Hurrikan über Jamaika seit 170 Jahren.

Dort hat "Melissa" starke Verwüstungen hinterlassen. Das genaue Ausmaß der Zerstörungen und möglicher Schäden an Menschen ist zur Stunde noch nicht bekannt. Jamaika ist zum Katastrophengebiet erklärt worden. Mittlerweile hat der Hurrikan Kuba erreicht. Ein Teil der Menschen wurde dort evakuiert. Danach soll "Melissa" in Richtung Bahamas weiterziehen.

Videos by heise

Tropische Wirbelstürme wie "Melissa" entwickeln sich über immer wärmer werdende Ozeane aufgrund der steigenden Erderwärmung. Meist ereignet sich dieses Wetterphänomen über dem Atlantik zwischen dem 1. Juni und 30. November eines Jahres, der dortigen Hurrikan-Saison.

(olb)