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http://bund.offenerhaushalt.de

Der Staat hat Schulden, der Staat muss sparen, der Staat kürzt Ausgaben – die Nachrichten sind voll von Hiobsbotschaften über die Finanzen des Bundes. Doch wie viel Geld gibt Deutschland tatsächlich für was aus? In den Medien sind nur grobe Aufschlüsselungen nach Ministerien zu finden und bei der Analyse der 22 Einzelpläne verliert man schnell die Lust.

Die Webseite Offener Haushalt stellt die Daten hingegen für den ersten Überblick grafisch dar; jeder Mausklick engt den dargestellten Bereich dann weiter ein und liefert mehr Details. So lassen sich auch kleine Beträge aufspüren, etwa die 4000 Euro, die das Entwicklungsministerium seit 2009 jährlich für die Förderung des Vorschlagswesens ausgibt. Links führen zu ähnlichen Ausgabekategorien und zu den Datenquellen beim Finanzministerium. Die angezeigten Daten lassen sich exportieren oder mit Kommentaren versehen.

https://mongoliad.com

Düster blicken die europäischen Herrscher im Frühjahr 1241 gen Osten; mongolische Horden verbreiten am Rande Europas Verwüstung und Terror. Eine Kämpfertruppe zieht aus, das Barbarenheer zu stoppen, so erzählt es der englischsprachige „digitale Roman“ Mongoliad. Den Fortgang der Geschichte bestimmen nicht nur eine Hand voll Autoren und Künstler um Starautor Neal Stephenson, die den Roman auf mongoliad.com häppchenweise veröffentlichen.

Die Leser gestalten mit: Sie können im Forum Vorschläge für die nächsten Kapitel machen oder am Wiki-Glossar mitarbeiten, der Charaktere und Orte näher beschreibt. Die so entstehende Romanwelt „Foreworld“ soll sich zukünftig nicht auf Mongoliad beschränken. Die Autoren wollen weitere Bücher folgen lassen und laden ihre Leser ein, selbst Kurzgeschichten zu schreiben und hochzuladen oder sich künstlerisch mit Foreworld auseinanderzusetzen.

Während die Mitarbeit an Foreworld und Mongoliad nur eine Registrierung erfordert, wird für den Roman nach Vorwort und Einleitung ein Abo fällig. Für sechs Monate kostet es 6 US-Dollar, für ein Jahr 10. Dafür erhält man alle in dieser Zeit veröffentlichten Kapitel sowie Illustrationen, Zeichnungen, Landkarten, Videos und Hintergrundmaterial zu Mongoliad. Den Roman wird es zukünftig auch in App-Form geben: Die iOS-Version soll in den nächsten Wochen erscheinen, eine Android-App ist in Planung. (acb )

http://influenceexplorer.com

Rund 5,3 Milliarden Dollar hat der US-Wahlkampf 2008 gekostet. Der Influence Explorer durchleuchtet finanzielle Zuwendungen, die US-Politiker von Personen und Organisationen erfahren. So gab Apple demnach zwischen 1989 und 2010 nur rund 10 Millionen US-Dollar für Lobby-Arbeit aus, während es bei Microsoft über 90 Millionen gewesen sein sollen. An direkten Spenden für Politiker sind von Apple etwa 1 Million, von Microsoft etwa 21,7 Millionen US-Dollar aufgeführt. Die meisten Gelder flossen über Mitarbeiter der jeweiligen Firma. Der größte Nutznießer war in beiden Beispielen Barack Obama.

http://hypermedia.ids-mannheim.de

Grammatik steht nicht im Ruf, unterhaltsam zu sein. Umso verblüffender ist das Ziel, mit dem grammis antritt: Die deutsche Grammatik, soweit möglich, unterhaltsam und interessant zu machen. Nun, durchgängig erreicht grammis dieses Ziel sicher nicht. Ich habe jedenfalls noch nicht einmal geschmunzelt bei Sätzen wie: „Den Gegenstand der Flexionsmorphologie bildet aus syntagmatischer Sicht der Aufbau von Wortformen, aus paradigmatischer Sicht der Aufbau von Flexionsparadigmen.“

Doch die Seite ist in unterschiedlich anspruchsvolle Bereiche aufgeteilt. Unter „Grammatik in Fragen und Antworten“ finden Sprachinteressierte durchaus eine einfach zu konsumierende Wissenssammlung zum Stöbern. Zum Nachschlagen eignen sich die „grammatischen Fachbegriffe“ und das „grammatische Wörterbuch“. Eine Suchfunktion rundet die Website sinnvoll ab.

www.xtranormal.com

Wer tippen kann, kann auch Filme machen, schreibt xtranormal auf seiner Website, leider in Englisch. Und tatsächlich, der Text-to-Movie-Konverter funktioniert: Nach der Registrierung mit einer gültigen E-Mail-Adresse kann man das Drehbuch für einen Trickfilm schreiben, das der Dienst dann in ein kleines Flash-Video verwandelt.

Dazu wählt man eine Kulisse, maximal zwei Schauspieler, Hintergrundgeräusche oder -musik und gibt die Dialoge in einem Editor ein. Über Symbole werden Regieanweisungen im Skript eingebaut, etwa für Wechsel der Kameraperspektive oder Mimik und Bewegungen der Schauspieler. Bis einschließlich der Preview ist das kostenlos, aber das Veröffentlichen der Filme sowie eine größere Auswahl an Kulissen oder Charakteren müssen per Kreditkarte bezahlt werden; 5 US-Dollar reichen mindestens für ein Video.

http://blog.insicdesigns.com/2010/09/showcase-of-games-developed-using-html5-canvas

Hinter dieser langen URL (der c’t-Link unten ist kürzer) verbirgt sich eine Seite, die nicht nur HTML-Programmierer interessant finden dürften. Für die gibt es gelungene Beispiele für Webanwendungen mit Canvas, CSS und JavaScript. Alle anderen können sich an Spielen vom Klassiker bis zum grafisch anspruchsvollen Pool-Billard erfreuen. Allerdings nicht mit jedem Browser: Veteranen wie der Internet Explorer 8 scheitern an den Spielen. Dafür sollten diese – anders als Flash-Spiele – auch auf Smartphones laufen. Doch leider klappt das nur mit den wenigsten, da es oft an der Tastatursteuerung hapert.

www.ct.de/1022196


Die Websites aus c't 21/2010