FAQ: Glasfaserverkabelung
Der neue Glasfaseranschluss wirft viele Fragen auf, insbesondere wenn nicht alles wie geplant läuft. Wir liefern die wichtigsten Antworten.
Da die Glasfaseranbieter Standardware aus dem IT- und Providerbedarf nutzen, gibt es Patchkabel zuhauf im Netz. Wichtig ist, vorab den Steckertyp in Erfahrung zu bringen. Derzeit entwickelt sich LC/APC zum Standard.
(Bild: Andreas Wodrich / heise medien)
Glasfaser-HauseinfĂĽhrung oberirdisch
Derzeit wird bei uns im Viertel Glasfaser ausgebaut und ich habe von Nachbarn gehört, dass die Tiefbauer dabei nicht gerade mit Bedacht vorgehen. Ich mache mir jetzt Sorgen um die Abdichtung meines Hauses beziehungsweise des Kellers – insbesondere, weil unser Grundwasserpegel relativ hoch ist. Kann ich die Glasfaser-Hauseinführung auch oberirdisch machen lassen oder muss das Rohr in den Keller?
Technisch wie rechtlich ist das kein Problem, Sie können die Bohrung für das Mikrorohr auch oberirdisch machen lassen und es dann in einen anderen Raum führen oder den Übergabepunkt direkt an der Eintrittsstelle montieren lassen. Eine Vorschrift, dass der Anschluss im Keller enden muss, gibt es nicht und beim Einblasen der Glasfaser können auch einige Höhenmeter überwunden werden.
Besprechen Sie die Details am besten mit dem Bautrupp. Dieser muss etwa für größere Strecken im Innenbereich zwecks Brandschutz besonderes Mikrorohr verwenden, das nicht zwangsläufig zum Tagesgepäck gehört. Weiter sollten Sie einplanen, dass Sie den Leitungsweg im Innenbereich mit Kabelkanal und Bohrungen selbst vorbereiten müssen.
Sofern es sich um ein Ein- oder Zweifamilienhaus handelt, ist es sinnvoller, den Abschlusspunkt direkt am Eintrittspunkt zu setzen und von dort aus mit dünnerem Glasfaserkabel zu verlängern. Die Dose ist bei ein bis zwei Wohneinheiten kaum größer als eine alte Telefondose.
Glasfaseranschluss verlängern
Der bei uns ausbauende Anbieter schreibt in seinen Vertragsbedingungen, dass er den Glasfaser-Abschlusspunkt im Rahmen des kostenlosen Ausbaus neben den Eintrittspunkt im Keller montiert. Möchte ich ihn woanders haben, muss ich dafür zahlen. Der Router soll allerdings im zweiten Obergeschoss stehen, da ich dort hauptsächlich arbeite. In der Hotline erfuhr ich, dass ich 250 bis 400 Euro dafür blechen soll, das ist mir zu teuer. Wie kann ich die Glasfaser selbst nach oben legen?
Der aktuell stattfindende Ausbau nutzt Standardware aus dem IT- beziehungsweise Provider-Bedarf, sodass Sie passende Kabel bei Fachhändlern und Onlineshops finden. Ermitteln Sie zunächst, welchen Buchsen- und Fasertyp Ihr Anbieter am Abschlusspunkt setzen wird. Dazu recherchieren Sie wahlweise im Netz, rufen bei seiner Hotline an oder bitten schriftlich nach der technischen Anschlussbeschreibung.
Derzeit ist der Lucent Connector (LC) mit einer um acht Grad angeschliffenen Kontaktfläche (APC, Angled Physical Contact), also LC/APC, der De-Facto-Standard bei neuen Anschlüssen. Er ist etwa halb so breit wie der bei Kupfer-Ethernet übliche RJ45-Stecker und hat ebenso eine Rastnase, die ihn in der Buchse hält. Die APC-Variante ist grün, während die für UPC (Ultra Physical Contact, plane Kontaktfläche) blau ist; beide dürfen nicht kombiniert werden.
Als Faser setzt man meist Singlemodefaser nach ITU G.652.D, ITU G.657.A1 oder ITU G.657.A2 ein, in der IT-Welt auch einfach nur OS2 genannt. Die Spezifikationen sind interoperabel, sodass eine G.657.A2-Verlängerung auch in eine Buchse gesteckt werden darf, die von einem G.652.D-Kabel gespeist wird.
Typischerweise benötigen Sie lediglich eine Faser, da Verfahren wie GPON (Gigabit Passive Optical Network) und AON (Active Optical Network) die Richtungstrennung mithilfe unterschiedlicher Lichtfarben erreichen; andere Systeme laufen über zwei und manchmal mehr Fasern.
Haben Sie den richtigen Steckertyp identifiziert, suchen Sie mit der Bezeichnung und einer passenden Länge im Netz nach Angeboten, etwa „LC/APC 5 Meter“. Oft kennzeichnen die Händler ihre Angebote zusätzlich mit OS2 und FTTH (Fiber to the Home), sodass kompatible Kabel leicht zu erkennen sind.
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