Warum lebende Hirnzellen das Energieproblem der KI lösen könnten
Organoide aus menschlichen Neuronen reagieren lernfähig und benötigen nur ein Tausendstel der Energie von KI-Modellen. Man kann sie bereits ausprobieren.
(Bild: Jessica Nachtigall / KI / heise medien)
Ein biologischer Computer aus 10.000 menschlichen Neuronen hat in einem Test ein KI-Modell geschlagen: Das Hirnorganoid lernte ein Videospiel in unter zwei Stunden – deutlich schneller und energieeffizienter als klassische künstliche Intelligenz. Über ein Web-API können Forscher diese „lebende Hardware“ bereits mieten.
„Unsere Kunden sind noch in der Experimentierphase“, erläutert Fred Jordan, Mitgründer der Schweizer Firma FinalSpark. Es ist noch unklar, wie leistungsfähig die dort gezüchteten Hirnorganoide wirklich sind und ob sie ein Bewusstsein entwickeln könnten. Man weiß, sie sind lernfähig. Die Neuronen, die man aus menschlichen Stammzellen züchtet, sind schnell dabei, wenn es darum geht, neue Synapsen zu bilden und Signalwege zu verändern; viel schneller als alle bekannten tierischen Nervenzellen.
- Gezüchtete Organoide aus menschlichen Hirnzellen reagieren auf elektrische Reize und erweisen sich als lernfähig.
- Derzeit kann man Online-Zugriff auf die noch winzigen Biocomputer mieten.
- Die Anbieter vermuten, dass künftige größere Neuronennetze mit künstlicher Intelligenz konkurrieren können, aber tausendfach energieeffizienter arbeiten.
Man sieht an ersten Beispielen, dass Hirnorganoide ähnlich arbeiten können wie KI-Modelle. FinalSpark plant bereits, viel größere Organoide zu züchten und am Leben zu erhalten. Jordan hofft, mit Organoiden, die deutlich größer als menschliche Gehirne sind, in Zukunft sogar die Dominanz heutiger großer Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) wie ChatGPT & Co. brechen zu können – zu einem Bruchteil der Energiekosten, nur mit Wärme und Nährflüssigkeit versorgt.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels "Warum lebende Hirnzellen das Energieproblem der KI lösen könnten". Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.