c’t-Story: Der Klang von Papier

Eine simple Einkaufsfahrt in winterlichem Schneegestöber endet oft woanders als geplant. Mancher findet dabei etwas Großartiges, nach dem er nie gesucht hätte.

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Uwe Hermann: Der Klang von Papier

(Bild: Peter Schmitz / KI / heise medien)

Lesezeit: 16 Min.
Von
  • Uwe Hermann
Inhaltsverzeichnis

Ein Freund von Familienfesten war ich noch nie. Schon als Kind hatte ich die gestellte Fröhlichkeit meiner Eltern bei solchen Gelegenheiten gehasst – und ganz besonders Onkel Oliver. Er kam jedes Mal mit einem anderen SUV und machte sich über die Klimakrise lustig. Damals gab es um die Jahreswende nirgends Schnee.

Das ist heute anders. Eingehüllt in einen dicken Wollmantel, mit einer Mütze, die mir bis über die Ohren reicht, kämpfe ich mich zu Fuß durch die Elemente. Meine Laune ist so tief gesunken wie die Temperaturen. Ein paar Straßen weiter steht mein zehn Jahre alter E-Kleinwagen, dessen Akku bei der Kälte schlappgemacht hat. Noch bevor ich einen Abschleppwagen rufen konnte, folgte mein Smartphone dem Vorbild des Wagens und versagte ebenfalls den Dienst. Zu allem Übel wird der Schneefall jetzt so heftig, dass ich kaum noch etwas erkennen kann.

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Ich war losgefahren, um für meine Tochter Angelina einen Oskar zu kaufen. Das ist eine Art Nachfolger der früheren Tamagotchis, nur KI-gesteuert. Sie muss ein solches Ding unbedingt ganz schnell haben, denn Taylor-Sophie, ihre Cousine, die bei Angelinas anstehender Geburtstagsfeier dabei sein wird, hat ebenfalls eines. Also habe ich mich zähneknirschend auf dem Weg gemacht. Und nun werde ich wahrscheinlich in einer unbarmherzigen Schneeböe mein Ende finden.

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