Dubioser Anti-Spyware-Anbieter darf nicht mittels Spyware locken
Sanford Wallace, auch als "Spam King" oder "Spamford" bekannt, zieht Internet-Nutzer, die er mit seiner Spyware infiziert hat, mit Popups auf seine Web-Angebote. Ein US-Gericht hat dem nun einen einstweiligen Riegel vorgeschoben.
Von
Der US-Amerikaner Sanford Wallace, der auch unter seinem frĂĽheren Spitznamen "Spam King" und aktuell unter den Namen "Spyford" oder "Spamford" bekannt ist, bekam von dem US-Bezirksgericht von New Hamsphire eine einstweilige VerfĂĽgung, er dĂĽrfe kĂĽnftig keine fremden Computer mit Spyware ausspionieren und diese mit Popup-Werbeeinblendungen bombardieren. Die VerfĂĽgung erging auf Ersuchen (PDF) der Federal Trade Commission (FTC), die Wallace Anfang dieses Monats ins Visier genommen hat. Am 9. November soll der Fall verhandelt werden.
Wallace soll mit seinen Firmen SmartBot.net und Seismic Entertainment Computernutzern durch die Popup-Reklame für jeweils 30 US-Dollar die Software "Spy Wiper" und "Spy Deleter" angeboten haben, die aber nach Angaben der FTC nicht funktioniert. Die Rechtsvertreter des Beklagten sind hingegen der Meinung, Wallace nutze das Internet auf rechtmäßige Weise, um Werbung zu treiben. Es würde versucht, Bundesgesetze durchzusetzen, die noch gar nicht in Kraft getreten seien. In der Tat hat bislang lediglich das US-amerikanische Repräsentantenhause einem Gesetz namens Internet Spyware (I-SPY) Prevention Act of 2004 zugestimmt.