Klarna bringt eigenen dollarbasierten Stablecoin auf den Markt

Der Wettbewerb im Bereich digitale Zahlungen nimmt zu. Klarnas erster eigener Stablecoin auf Dollar-Basis soll Zahlungen schneller und kostengĂĽnstiger machen.

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Klarna-Schriftzug an GlastĂĽr

(Bild: Mats Wiklund/Shutterstock.com)

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Von
  • Andreas Knobloch
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Das schwedische Fintech Klarna wird mit KlarnaUSD seinen ersten US-Dollar-basierten Stablecoin auf den Markt bringen. Das kündigte das Unternehmen am Dienstag an. Damit ist Klarna nach eigenen Angaben die erste Bank, die eine Stablecoin auf Tempo einführt, einer neuen Blockchain, die von Stripe und Paradigm speziell für Zahlungen entwickelt wurde. Derzeit ist KlarnaUSD auf das Testnetz von Tempo beschränkt und wird nicht öffentlich gehandelt. Im kommenden Jahr wird KlarnaUSD im Mainnet von Tempo eingeführt und vollständig durch den US-Dollar gedeckt sein, heißt es.

Angesichts von geschätzt 120 Milliarden US-Dollar an jährlichen Transaktionsgebühren für grenzüberschreitende Zahlungen schaffen Stablecoins eine Möglichkeit, die Kosten für Verbraucher und Händler drastisch zu senken, so Klarna in einer Pressemitteilung. Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Wert an Zentralbankgeld gekoppelt ist. Ein KlarnaUSD ist demnach immer einen US-Dollar wert. In der Regel sind Stablecoins durch eine gleiche Menge an Bargeld, Schuldverschreibungen, Unternehmensanleihen oder andere Vermögenswerte gesichert. Das heißt, hinter jedem dollarbasierten Stablecoin steckt ein US-Dollar. Händler schätzen Stablecoins als – wie der Name verspricht – relativ stabilen Vermögenswert, um Gelder zwischen volatileren Kryptoassets zu bewegen oder eben für den grenzüberschreitenden Geldverkehr.

Zahlungen würden so für „alle schneller und kostengünstiger“, so Sebastian Siemiatkowski, Mitbegründer und CEO von Klarna und einst ein lautstarker Krypto-Skeptiker, in einer Erklärung. „Kryptowährungen sind endlich so weit, dass sie schnell, kostengünstig, sicher und für Skalierbarkeit ausgelegt sind. Dies ist der Beginn von Klarna im Kryptobereich, und ich freue mich darauf, gemeinsam mit Stripe und Tempo die Zukunft des Zahlungsverkehrs weiter zu gestalten.“

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Klarnas US-amerikanischer Konkurrent PayPal lancierte bereits vor zwei Jahren als erstes groĂźes Finanztechnologieunternehmen einen Dollar-gestĂĽtzten Stablecoin. Das US-Fintech Stripe zog nach der Ăśbernahme des Krypto-Unternehmens Bridge fĂĽr 1,1 Milliarden US-Dollar Anfang dieses Jahres nach und fĂĽhrte ebenfalls einen Stablecoin ein. Erst vor wenigen Tagen launchte J.P. Morgan als erste US-GroĂźbank einen eigenen Coin und verspricht schnelle Zahlungen rund um die Uhr ĂĽber die Blockchain.

Die Unternehmensberatung McKinsey schätzt die Transaktionen mit Stablecoins auf mittlerweile über 27 Billionen US-Dollar pro Jahr. Noch vor Ende des Jahrzehnts könnten sie die traditionellen Zahlungsnetzwerke überholen. Zugleich verschärfen die Aufsichtsbehörden die Kontrolle über diesen Finanzsektor. Die Regulierungsbehörden in den Vereinigten Staaten und in der Europäischen Union treiben derweil neue Vorschriften für digitale Vermögenswerte voran. Im Juli verabschiedete der US-Kongress trotz Kritik ein erstes Gesetz zur Regulierung von Stablecoins. Und auch die EU erwägt eine stärkere Kontrolle von in der Union tätigen Börsen und Kryptowährungsunternehmen.

(akn)